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Neue Ermittlungen im Fall Natascha Kampusch

Neue Ermittlungen im Fall Natascha Kampusch
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Mehr als zehn Jahre nach der Entführung der Österreicherin Natascha Kampusch wird ihr Fall neu aufgerollt. Die damals zehnjährige Kampusch war 1998 in Wien entführt worden; erst acht Jahre später konnte sie sich befreien. Das Justizministerium bestätigte Berichte, wonach neue Fakten auf Versäumnisse bei den damaligen Untersuchungen schließen lassen. Kampusch selbst sei mit den neuen Ermittlungen einverstanden, sagt ihr Anwalt Gerald Ganzger: “Ich glaube, Frau Kampusch und alle anderen haben das Recht, dass der Fall wirklich aufgeklärt wird und dass dann wirklich geklärt ist, gab es einen Mitwisser oder gab es keinen Mitwisser, gab es Mittäter oder gab es keine Mittäter.”

Genau das ist eine zentrale Frage der neuen Untersuchungen. Der Entführer, der Ingenieur Wolfgang Priklopil, hatte unmittelbar nach Natascha Kampuschs Flucht Selbstmord begangen. Acht Jahre lang hatte er das Mädchen in einem Kellerverlies eingesperrt. Die Aussage einer 12-jährigen, wonach Priklopil mindestens einen Helfer bei der Entführung gehabt habe, war damals nicht beachtet worden. Kampusch selbst gab an, nichts von einem eventuellen Mittäter zu wissen, es sei aber möglich, dass es einen solchen gebe. Nun soll ein heute 44-jähriger ehemaliger Geschäftspartner Priklopils dazu erneut vernommen werden. Zudem hatte die Polizei einen dezidierten Hinweis auf Priklopil nicht weiter verfolgt, obwohl der Ingenieur für den Tag der Entführung kein Alibi hatte.