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Alitalia nach der Privatisierung

Alitalia nach der Privatisierung
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Alitalia war und ist die bevorzugte Fluggesellschaft der Päpste – einen solchen spirituellen Beistand wird sie nun besonders brauchen, um das Jammertal vergangener Jahre in Richtung neuer Höhen zu verlassen. Die enge Bindung an Air France-KLM macht aus der ehemaligen Staatslinie eine voll privatisierte Airline – mit allen Konsequenzen.

Die neuen Herren aus Paris wollen zumindest auf kulturelle Empfindlichkeiten beim neuen Junior-Partner Rücksicht nehmen, wie Air France-Chef Jean-Cyril Spinetta erklärte. Aus der verstärkten Zusammenarbeit solle sich eine führende Marktposition und eine enge europäische Kooperation entwickeln. Um dies zu erreichen, muss Alitalia erst einmal abspecken. Die Zahl der angeflogenen Ziele wird auf 70 reduziert. Mit dieser Strategie sollen Kosten gespart und Marktanteile erhöht werden – auf dem Heimatmarkt von 30 auf 56 Prozent. Zugleich soll das Durchschnittsalter der Flotte von mehr als 14 auf 8,6 Jahren sinken. Die neue Alitalia und Air France-KLM erhoffen sich Einspareffekte von mehr als 720 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren. Wird diese Synergie nicht mindestens zur Hälfte erreicht, haben beide Seiten ein Rücktrittsrecht. Die 24 italienischen Investoren sind damit zum Erfolg geradezu verdammt. Erst in vier Jahren können sie ihre Anteile an den Pariser Großaktionär mit dem Erstkaufsrecht abtreten.