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Das muslimische Filmfestival "Golden Minbar"

Das muslimische Filmfestival "Golden Minbar"
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Der rote Teppich der Filmfestspiele von Cannes ist wohlbekannt, aber haben sie schon einmal von Kazan gehört? Diesen Herbst wurde in der Hauptstadt von Tatarstan, einer autonomen Republik Russlands, ein roter Teppich ausgerollt, für die fünfte Ausgabe des “Golden Minbar”, eines der grössten muslimischen Filmfestivals der Welt.

Der “Golden Minbar” für den besten Film ging an die russische Regisseurin Vera Glagoleva für ihren Streifen “One War” “Ein Krieg”. Er handelt vom Schicksal der russischen Frauen, die im zweiten Weltkrieg von deutschen Soldaten vergewaltigt wurden. GLAGOLEVA: “Dieser Preis ist sehr wichtig für uns. Es ist der Beweis dafür, dass die Menscheit von Mitgefühl, Liebe, und Gefühlen zusammengehalten wird.” Der iranische Film “A Light in the Fog”, “Ein Licht im Nebel” von Panabharkhoda Rezaee räumte gleich drei Auszeichnungen ab: bester Regisseur, beste Kamera und beste weibliche Hauptrolle. Erzählt wird die Geschichte von Rana, einer jungen Frau, die mit ihrem Vater lebt und darauf hofft, dass ihr Liebster Habib bald aus dem Krieg zurückkehrt. Das Filmfestival von Kazan trägt dazu bei muslimische Filme bekannt zu machen. Der Filmkritikerin Vita Ramm zufolge war es nicht einfach eine Auswahl zu treffen. VITARAMM: “Jeder Regisseur hat seine eigene Sicht was das muslimische Kino angeht. Das macht unser Festival so interessant. Es ist kein Seminar über religiöse Streitfragen. Es geht darum, das Leben der Menschen zu zeigen, jeder Mensch ist einzigartig. Die Filme sind vielfältig und sehr verschieden.” Der spezielle Preis der islamischen Welt ging an einen Dokumentarfilm aus Saudi-Arabien. “The Truth”, “Die Wahrheit”. Der Regisseur Osama Mansour Al Kurayiji erzählt in seinem Erstlingswerk eine typisch islamische Geschichte. OSAMAMANSOUR: “Der Streifen handelt von einer belgischen Familie, die nach Dubai umzieht. Die Mutter tritt zum Islam über und das Leben der Familie ändert sich.” Der Preis der besten männlichen Hauptrolle ging an die drei Hauptdarsteller des tatarisch-russsichen Streifens “Eagles” “Adler” von Ramil Tuhvatullin. Der bosnische Film “Snow” “Schnee” spielt in dem kleinen Dorf Slavno, in dem der Bürgerkrieg tiefe Narben hinterlassen hat. Für reichlich Gesprächsstoff sorgte der israelische Film “To my father” “An meinen Vater”, des Regisseurs Dror Zahavi. Der Streifen dreht sich um eine unmögliche Liebesgeschichte in Tel Aviv zwischen einem jüdischen Mädchen und einem palästinensischen Selbstmordattentäter. DRORZAHAVI: “Als Regisseur und Künstler teile ich ihre Ansichten über die israelische Besatzung. Ich bin gegen diese Besatzung und meiner Ansicht nach ist der Kampf der Palästinenser legitim. Ich befürworte nicht den Terrorismus, aber wenn mein Volk unter einer einer Besatzung leben müssten, würde ich auch kämpfen.” Das muslimische Filmfestival in Kazan, in Tatarstan, wirbt für Dialog und Toleranz. Wer weiss, vielleicht können die prämierten Filme eine Brücke schlagen zwischen den Kulturen und Religionen.