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"Wir müssen uns im Dialog mit Kuba mehr ins Zeug legen."

"Wir müssen uns im Dialog mit Kuba mehr ins Zeug legen."
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Der spanische Sozialist Luis Yáñez hat seine Erfahrungen mit Kuba und seinen Behörden. Mit ihm hat euronews-Reporterin María Piñeiro über die schwierigen Beziehungen zwischen der EU und Havanna gesprochen.

EN: Sie sitzen als spanischer Sozialist im Europaparlament und arbeiten in der Parlamentarischen Versammlung Europa-Lateinamerika mit. Anfang des Monats wollten Sie mit Ihrer Frau als Tourist nach Kuba. Aber man hat Sie nicht ins Land gelassen. Was war da los und wie wurde es begründet ?

Luis Yáñez: Gar nicht. Es gab keinerlei Begründung, auch nicht, als ich zum José-Marti-Flughafen in Havanna kam und meinen gültigen Pass und mein ebenfalls gültiges Touristenvisum vorzeigte. Ich wollte ein paar Tage Urlaub mit meiner Frau, aber ich kam nicht ins Land. Die Behörden erklärten mir tatsächlich, dass ich die erste Maschine zurück nach Hause nehmen müsse.

EN: Kann man diesen Vorfall auch dahingehend interpretieren, dass Kuba nicht zu Gesprächen bereit ist, dass es nicht am Verhandlungstisch Platz nehmen will?

Luis Yáñez: Ich denke, diese Zurückweisung hat nichts mit mir als Privatperson zu tun. Diese Entscheidung wurde wahrscheinlich auf höchster politischer Ebene in Kuba getroffen. Dort weiß man sehr genau, wer ich bin. Ich denke, das ist eine Geste, um der spanischen EU-Ratspräsidentschaft und auch der EU ihre Grenzen aufzuzeigen. Kuba ist dabei, sich zu verschließen, das Regime verschanzt sich. Der nationalen Wirtschaft geht es sehr schlecht, die Menschenrechtssituation ist unverändert und sehr bedenklich, daher hat man in Kuba große Angst vor ausländischen Einflüssen oder Kontakten.

EN: Warum ist es für Spanien so wichtig, den Dialog mit Kuba zu eröffnen?

Luis Yáñez: Weil Spanien der Meinung ist, dass 15 Jahre vergangen sind, seit die EU 1996 ihre generelle Linie in der Kuba-Frage festgelegt hat, und dass es nun Zeit ist, diese Linie zu überdenken und zu versuchen, sich an Kuba anzunähern. Spanien will einen Dialog über die Beziehungen zwischen der EU und Kuba. Madrid hat großes Interesse an Kuba und Lateinamerika und meiner Ansicht nach verdient Spanien ein Zeichen der Unterstützung. Immerhin hat es diese Initiative ins Leben gerufen. Es ist eine große Aufgabe, aber wir müssen es versuchen.

EN: Warum ist die EU bereit, mit Ländern wie Nordkorea oder dem Iran zu verhandeln, während sie keine Anstalten macht, dasselbe mit Kuba zu tun?

Luis Yáñez: Der Dialog mit Nordkorea und dem Iran ist sehr schwierig. Das weiß jeder. Außerdem geht es bei diesen zwei Ländern auch um die Frage der Atomenergie und die Möglichkeit, Atomwaffen zu bauen, also um ganz andere Fragen. Was Kuba betrifft hat Europa Gespräche ja nicht abgelehnt. Viele Europäer sind nach Havanna gereist, etwa der ehemalige EU-Kommissar Louis Michel. Er war in den vergangenen Jahren mehrere Male dort. Der Dialog ist also nie unterbrochen worden. Aber es muss noch viel mehr getan werden. Und auch von Kuba muss man weitere Bemühungen einfordern.

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