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Krankheitsfolgen nach Tschernobyl

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Krankheitsfolgen nach Tschernobyl

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25 Jahren nach Tschernobyl fehlen genaue Opferzahlen. Von 5 Millionen Betroffenen spricht man in Kiew. Die zuständige UN-Behörde aber will nur 50 Tote und 6.000 Krebsfälle anerkennen.

Die Litauerin Ausrele Kesminiene hat im Auftrag der Internationalen Agentur für Krebsforschung 1991 Liquidatoren behandelt. Das waren jene Männer, die direkt nach der Katastrophe den Brand löschen, aufräumen und den Unfallort sichern mussten.

Sie sagt:

“Die hauptsächliche Folge des Unfalls von Tschernobyl ist das Ansteigen der Fälle von Schilddrüsenkrebs sowohl bei Kindern wie auch Erwachsenen, die der Strahlung ausgesetzt waren.

Einige Studien haben einen Anstieg von Chromosomen-Abnormalitäten gezeigt bei Kindern, deren Eltern an den Aufräumarbeiten in Tschernobyl beteiligt waren.

Unsere Untersuchungen der Liquidatoren von Tschernobyl zeigen ein Ansteigen von hämatologischen Geschwulsten wie Schilddrüsenkrebs, wobei natürlich auch die Angst eine wichtige Rolle spielt. Die Selbstmordrate liegt bei den Liquidatoren wesentlich höher als beim Durchschnitt der gleichaltrigen Bevölkerung.

Die meisten waren Soldaten. Sie hatten keine Wahl. Sie wurden abkommandiert ohne irgendwelche Informationen, wie man sich schützen könne. Als sie zurückkamen, waren wir als Ärzte nicht informiert. Ich habe auf eigene Faust angefangen zu lernen, noch Informationen Ausschau zu halten. Und was ich fand basierte zumeist auf Studien an den Überlebenden der Atombomben von Hiroshima und Nagasaki.

Wenn wir wirklich wissen wollen, welche Konsequenzen uns nach dem Fukushima-Unfall erwarten, dann müssen wir die Bevölkerung dort überwachen. Diese Informationen müssen korrekt gespeichert, dokumentiert und genutzt werden.”