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Bethlehem im Schatten der israelischen Grenzmauer

Bethlehem im Schatten der israelischen Grenzmauer
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Das ist der Blick, den man hier früh schon beim Aufstehen hat: Eine Mauer, fast sechs Meter hoch, die dieses Haus hier in Bethlehem fast einschließt.

Hinter der israelischen Absperrung leben noch Verwandte; vom Rest des Dorfes sind sie abgeschnitten.

Ein Andenkengeschäft, das die Familie hier betreibt,

musste schon zumachen. Ein zweiter Laden ist noch offen, aber Kunden verirren sich hierher nicht mehr.

Die Werkstatt des Mannes ist ebenfalls zu – seit

der zweiten Intifada, dem Palästinenseraufstand, als israelische Soldaten das Haus besetzten.

Jahrelang habe man damals in schrecklicher Angst gelebt, sagt die Besitzerin. Oft seien die Soldaten gegen Mitternacht eingedrungen. Sie hätten Dokumente gehabt, wonach das unter Militärrecht und damit rechtens sei. Sie seien in die Schlafzimmer eingedrungen und hätten die Kinder mit der Waffe aus dem Bett gejagt.

Ihre Vorfahren kamen aus Venedig, vor über fünfhundert Jahren. Jetzt fragt sich die Familie, ob sie hier noch eine Zukunft hat.

Sie seien verzweifelt, sagt die Frau weiter; sie gälten als Bürger nichts, als Menschen, die ihre Rechte wollten. Sie hofften, dass bald etwas geschehe, sonst könnten sie nicht mehr weitermachen.

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