Eilmeldung

Eilmeldung

Karsai: Helft uns, ein Staat zu werden - es dauert noch zehn Jahre

Sie lesen gerade:

Karsai: Helft uns, ein Staat zu werden - es dauert noch zehn Jahre

Karsai: Helft uns, ein Staat zu werden - es dauert noch zehn Jahre
Schriftgrösse Aa Aa

Nach seinem 30jährigen Krieg braucht Afghanistan noch mindestens zehn weitere Jahre lang internationale Hilfe, auch nach dem Abzug der Nato-Kampftruppen Ende 2014 – sagte Präsident Hamid Karsai bei der Afghanistan-Konferenz in Bonn.

Im Vorfeld hatte er knapp vier Milliarden Euro pro Jahr als Größenordnung ins Gespräch gebracht – Deutschland gibt dieses Jahr 430 Millionen Euro.

Seiner Problemanalyse stimmten viele der etwa 1000 Delegierten zu. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon etwa findet den Kampf gegen Korruption und Drogenhandel am dringendsten.

Hamid Karzai:

“Das afghanische Volk wartet noch darauf, dass seine Hoffnungen wahr werden, durch starke, wirksame und verantwortungsvolle nationale Institutionen. Chronische Investitionsschwäche, Parallel-Strukturen, Korruption und eine Kultur der Straflosigkeit haben bisher die Entwicklung stabiler und glaubwürdiger Institutionen untergraben.”

Unter den 90 Delegationen der Konferenz fehlen allerdings wichtige: Die radikal-islamischen Taliban, die bis zum Einmarsch internationaler Truppen 2001 fünf Jahre lang das Land weitgehend beherrschten und der Nachbar Pakistan.

Pakistan ist verstimmt über den Luftangriff der Internationalen Afghanistanschutztruppe auf zwei seiner Militärstützpunkte. Es wird verdächtigt, Extremisten Zuflucht zu gewähren.

Der Weg ist noch weit, bestätigt auch Sardar Wali aus Kabul:

“Wir haben in den letzten 10 Jahren nichts von der Hilfe gehabt. Sie kommt zwar in Afghanistan an, landet aber dann in den Taschen der Minister, Bürgermeister und Regierungsvertreter. Wir hoffen, dass diese Konferenz etwas für die Armen tut.”

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht durch solche Äußerungen ihre Devise “Hilfe nur bei Selbsthilfe” bestätigt. “Wir können helfen”, sagte sie. Lösen könnten die Probleme nur die Afghanen selber.

Deutschland stellt mehr als 5000 Soldaten und ist damit nach den USA und Großbritannien Nummer drei nach Truppenstärke in Afghanistan.

mit dpa, Reuters, AFP