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Wie funktionieren die Vorwahlen in den USA?

Wie funktionieren die Vorwahlen in den USA?
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Nach der amerikanischen Verfassung muss ein Kandidat, der US-Präsident werden will
 
- mindestens 35 Jahre alt sein
- ein in den USA geborener amerikanischer Staatsbürger sein
- in den vergangenen 14 Jahren in den USA gelebt haben
 
Die beiden großen Parteien – Demokraten und Republikaner – wählen ihren Kandidaten traditionell auf Parteikongressen im Sommer aus. In diesem Jahr findet der Kongress der Republikaner vom 27. bis zum 30. August statt.
 
Die Vertreter aus den 50 US-Bundesstaaten - sowie die Delegierten aus Washington DC und einigen US-Übersee-Gebieten – stimmen auf dem Kongress für ihren Kandidaten. Doch sie müssen so abstimmen wie die Region, die sie vertreten – sie müssen ihre Stimme dem Kandidaten oder proportional den Kandidaten geben, für den oder die sich ihre Region bei der Vorwahl ausgesprochen hat.
 
VORWAHLENPRIMARY
 
In den verschiedenen Bundesstaaten finden Vorwahlen, sogenannte “primaries” statt.
Dabei gibt es zwei verschiedene Varianten: – die offene Vorwahl (“open primary”), bei der alle Wahlberechtigten abstimmen dürfen – egal ob oder welcher Partei sie angehören und – die geschlossene Vorwahl (“closed primary”), bei der nur eingetragene Parteimitglieder abstimmen dürfen.
Der siegreiche Kandidat erhielt in den Jahren zuvor alle Stimmen des jeweiligen Bundesstaates, die ihm bei dem Parteikongress angerechnet wurden. Bei den Republikanern werden für den Kongress 2012 viele Bundesstaaten die Stimmen der Kandidaten proportional anrechnen.
 
PARTEIINTERNEABSTIMMUNGCAUCUS
 
In einigen Bundesstaaten gibt es statt der “primary” einen sogenannten “caucus”. Hier treffen sich die Mitglieder der jeweiligen Partei und einigen sich in offener oder geheimer Abstimmung auf einen Kandidaten. Der “caucus” ähnelt einem regionalen Parteitag zur Kandidatenaufstellung. Häufig geht es dort aber sehr zwanglos zu, so kann der “caucus” in einem Wohnzimmer stattfinden. Manchmal gibt es aber die Gelegenheit, einen Kandidaten persönlich kennenzulernen, weil er sich der Diskussion mit den Bürgern stellt.
 
 
Die Delegierten
 
Die Zahl der Delegierten auf dem jeweiligen Parteikongress ist abhängig von der Größe und der Einwohnerzahl des jeweiligen US-Bundesstaates. Große Staaten mit vielen Einwohnern wie Texas oder Kalifornien senden mehr als 150 Delegierte, während kleine Staaten wie Vermont weniger als 20 Vertreter zu dem nationalen Kongress ihrer Partei schicken. Die Zahl der Delegierten ändert sich zwischen den Amtszeiten verschiedener Präsidenten – je nachdem wieviele gewählte Ämter Republikaner und Demokraten jeweils innehaben.
 
Jeder US-Bundesstaat entscheidet selbst, ob er beim nationalen Parteikongress nach dem “winner-take-all”-Prinzip alle Stimmen nur einem Kandidaten geben oder die abgegebenen Stimmen proportional auf mehrere Kandidaten verteilen will.
Beim “winner-take-all”-Prinzip gibt ein Bundesstaat mit 20 Stimmen alle 20 Stimmen dem siegreichen Kandidaten. Beim proportionalen Prinzip erhält der Kandidat mit 60% 12 der 20 Stimmen und einer mit 40% beispielsweise acht Stimmen.
 
Die Bundesstaaten können auch entscheiden, ob ihre Delegierten frei und nur ihrem Gewissen verpflichtet abstimmen dürfen oder ob sie dem Parteikonsens verpflichtet sind. Auf Englisch sind die dem Parteivotum verpflichteten Delegierten “pledged”, die, die frei abstimmen dürfen, wie sie wollen “unpledged”.