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Der Iran, das Öl und der Atomstreit

Der Iran, das Öl und der Atomstreit
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Die Beziehungen zwischen dem Iran und dem Rest der Welt bleiben angespannt. Das neue Jahr begann mit neuen Sanktionen gegen Teheran. US-Präsident Barack Obama unterzeichnete ein Gesetz, das auf die Öleinnahmen des Iran abzielt. Die Europäische Union wollte zwar auch so schnell wie möglich ihre Sanktionen verschärfen, doch ein Beschluss blieb aus. Am 23. Januar wollen die EU-Außenminister nun über einen Stopp der Öleinfuhren aus dem Iran entscheiden. Zudem soll es nach US-Vorbild auch zusätzliche Verbote gegenüber Finanzunternehmen und der Zentralbank geben. Ziel ist es, Teheran mit Druck zur Aufgabe der Urananreicherung zu bewegen.

Der Iran hatte im Falle von neuen Sanktionen gedroht, die Straße von Hormus zu blockieren. Durch die Meerenge werden rund 40 Prozent der weltweiten Seetransporte von Rohöl abgewickelt. Für angespannte Stimmung sorgte zudem ein tagelanges Seemanöver, bei dem auch Raketen getestet wurden. Die neuen US-Sanktionen gegen den Iran erhöhen den Druck: Teheran wickelt seine Ölgeschäfte über die Zentralbank ab. Der Rial verlor bereits 12 Prozent seines Wertes.

60 Prozent der Gesamteinnahmen des Iran stammen aus dem Ölexport. Die EU kauft 450.000 Barrel pro Tag. Das sind 18 Prozent des iranischen Exportvolumens. Damit ist die EU der zweitgrößte Abnehmer nach China.

Autofahren ist schon jetzt eine teure Angelegenheit. Sollte der Konflikt eskalieren, wird eine Explosion der Benzinpreise befürchtet. Rund 40 Prozent der iranischen Ölexporte gehen nach Italien. Und in Griechenland stammen sogar 50 Prozent des verbrauchten Rohöls aus dem Iran. Spanien und Belgien gehören ebenfalls zu wichtigen Kunden. Deshalb versucht die EU nun, vor allem für diese Länder Ersatzlieferungen aus den Golfstaaten zu sichern. So könnte zum Beispiel das Öl aus Libyen oder Saudi Arabien kommen. Experten warnen, der Preis könnte auf bis zu 200 Dollar pro Barrel steigen.

Hintergrund des Konflikts ist das umstrittene Atomprogramm des Iran. In einem Bunker wurde nun mit der Anreicherung von Uran begonnen. Der oberste Führer des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, betonte, auch schärfere Sanktionen würden den Iran nicht von seinem Atomprogramm abbringen.