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Kapitän der "Costa Concordia" im Visier der Ermittler

Kapitän der "Costa Concordia" im Visier der Ermittler
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Der Unfall der “Costa Concordia” hat viele Fragen aufgeworfen. Warum etwa befand sich das Kreuzfahrtschiff nur 150 Meter von der Insel Giglio entfernt? Der Kapitän Francesco Schettino sprach von einer Entfernung von 300 Metern und machte fehlerhafte nautische Karten verantwortlich.

Schettino wurde verhaftet. Die italienische Staatsanwaltschaft wirft ihm fahrlässige Tötung vor. Zudem soll er von Bord gegangen sein, obwohl die Evakuierung der Passagiere noch nicht abgeschlossen war.

Italienische Zeitungen gehen davon aus, dass der Kapitän von der Route abgewichen ist, um die Insel gemäß einem alten Brauch per Nebelhorn zu grüßen.

Ein Bewohner meinte: “Heute im 21. Jahrhundert mit dieser ganzen modernen Technik auf den Schiffen, sollten solche Sachen nicht passieren. Ich habe auf See gearbeitet und ich sage Ihnen da stimmt was nicht. Der Kapitän hat Mist gebaut.” Ein anderer Mann sagte: “Ich bin mit Kapitänen befreundet und meiner Ansicht nach war menschliches Versagen die Ursache. Das Schiff war zu nah an der Insel, es hätte sehr viel weiter weg von der Küste sein müssen.”

Erste Analysen der Blackbox der “Costa Concordia” haben ergeben, dass die Crew erst 58 Minuten nach der Kollision mit dem Felsen, die Küstenwache alarmierte.

Diese Französin verlor bei dem Unglück ihren Vater: “Seine Leiche wurde gefunden. Jetzt haben wir Gewissheit. Er ist tot und wird nicht mit uns nach Hause kommen. Ich bin sehr wütend. Soweit ich weiß, bekamen die Passagiere keine Schwimmwesten und konnten nicht zu den Rettungsbooten gelangen. Crewmitglieder verließen zuerst das Schiff. Es ist hart zu erfahren, dass Crewmitglieder die Passagiere auf dem Schiff im Stich ließen. Mein Vater hat die Frauen und Kinder vorgelassen und am Ende hat er es nicht mehr geschafft.”

Die in Genua ansässige Kreuzfahrtgesellschaft sprach den Angehörigen der Opfer ihr Beileid aus und verprach eine umfassende Aufklärung.

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