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Liberias Ex-Präsident Taylor soll für Gräuel im Nachbarland büßen

Liberias Ex-Präsident Taylor soll für Gräuel im Nachbarland büßen
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Das Kriegsverbrecher-Tribunal zu Sierra Leone gibt heute das Strafmaß gegen den liberianischen Ex-Präsidenten Charles Taylor bekannt. Er war Ende April für schuldig befunden worden, im Nachbarland Sierra Leone die Rebellenarmee RUF („Revolutionäre Vereinigte Front“) zu Verbrechen angestiftet zu haben.

Spezialitäten der RUF: Kinder entführen, unter Drogen setzen und als Soldaten zu Gräueln zwingen – und Körperteile abhacken.

Zwei junge Frauen in Sierra Leone müssen seither mit einem Arm klarkommen.

Sento Thoronka:

“Nun, wenn sie ihn verurteilen, fühle ich mich gut, weil er uns schlimme Dinge angetan hat. Nichts und niemand wird es schaffen, dass ich vergesse, was er mir angetan hat, was immer der mir auch erzählt. Ich sehe mich an – und sehe komisch aus. “

Susan Kanu:

“Was das für mich bedeutet? Sollen sie ihn doch verurteilen. Sollen sie ihn doch töten. Sollen sie ihn töten.”

Im Bürgerkrieg in Sierra Leone starben in den 1990er Jahren bis zu 200 000 Menschen.

Taylor ist seit den Nürnberger Prozessen das erste Ex-Staatsoberhaupt, das von einem internationalen Gericht bestraft wird. Sein Tatenregister: Verbrechen gegen die Menschlichkeit, inclusive Mord, Vergewaltigung und Rekrutierung von Kindersoldaten.

Die Staatsanwaltschaft hat 80 Jahre Haft gefordert.

mit dpa, Reuters, AP