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Indonesien setzt künstlichen Reis auf die Speisekarte

Indonesien setzt künstlichen Reis auf die Speisekarte
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In Indonesien wird pro Kopf mehr Reis verzehrt als in jedem anderen Land der Welt. Das treibt die Preise in die Höhe, während viele Löhne sinken.

Um die Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten haben Forscher am Landwirtschaftsinstitut Bogor einen Ersatz für Reis entwickelt. In der Stadt Deepok werden die Menschen aufgefordert, einen Tag in der Woche auf natürlichen Reis zu verzichten.

“Dieser Reis schmeckt wie normaler Reis”, sagt die Verwaltungsmitarbeiterin Diah Sadiah. “Ich habe nicht den Eindruck, dass ich auf etwas verzichten muss, obwohl wir diese “Einen Tag ohne Reis”-Kampagne haben.”

Der künstliche Reis besteht aus einer Mischung aus Mais, Maniok, Yamswurzel und Sago. Nach dem Kochen wird der entstandene Brei zu Körnern gepresst.

Slamet Budijanto ist der Leiter der Forschergruppe: “Wir nennen den künstlichen Reis maßgeschneidert, weil wir ihn den jeweiligen Anforderungen entsprechend fertigen können. Ist er zum Beispiel für Menschen mit geringem Einkommen bestimmt, denen es an Protein, Eisen und Vitamin A mangelt, so können wir den künstlichen Reis mit diesen Nährstoffen anreichern.”

Laut dem Ernährungswissenschaftler Wied Harry ist ein gutes Produkt ebenso wichtig wie clevere Vermarktung: “Wenn die Wissenschaftler eine Art von Reis hinbekommen, der hinsichtlich Beschaffenheit, Nährwert und Kocheigenschaften normalem Reis ähnelt, dann wird der künstliche Reis bestimmt gut angenommen werden.”

Im Moment ist das künstliche Produkt noch teurer als natürlicher Reis. Aber wenn Indonesien mit dem zunehmenden Verbrauch mithalten will, muss es Alternativen zu dem traditionallen Grundnahrungsmittel finden.