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Präsident der bosnischen Serben schiebt Muslimen die Schuld am Krieg zu

Präsident der bosnischen Serben schiebt Muslimen die Schuld am Krieg zu
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Im Kriegsverbrecher-Prozess gegen den bosnischen Serbenführer Radovan Karadzic hat der Präsident der Republik Srspka die Schuld den muslimischen Landsleuten zugeschoben. Milorad Dodik erklärte als Zeuge der Verteidigung in Den Haag, dass die Muslime sich schon vor Ausbruch des Krieges bewaffnet hätten und ihr Anführer Alija Izetbegovic einen islamischen Staat gründen wollte. Damit folgte er Karadzic, der betont, die Serben hätten als letztes Mittel gegen die Aggression der anderen Volksgruppen zu den Waffen gegriffen.

Bei den muslimischen Bosniern löst das nur Wut aus. Rejha Avdic hat 1995 beim Massaker in Srebrenica zwei Söhne verloren: “Er kann vor Gericht lügen wie er will. Er verteidigt die Rebuplik Srpska, aber weiß er, wie sie gegründet wurde? Sie wurde auf Völkermord gegründet.”

Bei dem Massaker in Srebrenica, für das sich Karadzic auch verantworten muss, wurden bis zu 8.000 muslimische Jungen und Männer umgebracht.

“Wenn es nach ihm gegangen wäre, lebten wir jetzt alle in der Republik Srpska. Das war der Plan von Karadzic”, meint ein Bosnier.

Karadzic ist wegen Völkermordes, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen im Bosnien-Krieg 1992-1995 angeklagt und verteidigt sich selbst.

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