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Rendezvous mit dem französischen Kino in London

Rendezvous mit dem französischen Kino in London
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Kinofans kamen auf ihre Kosten beim “Rendez-Vous with French Cinema” in London. Das Festival präsentierte die französische Filmindustrie von ihrer Schokoladen- und Pralinenseite. Zum Beispiel die rosarote 50er-Jahre-Komödie “Mademoiselle Populaire”. Der Streifen handelt von Schreibmaschinenwettbewerben und der großen Liebe zwischen einer feschen Sekretärin und ihrem eleganten Boss. In den Hauptrollen: Déborah François und Romain Duris. “Mademoiselle Populaire” ist das Spielfilm-Debüt von Régis Roinsard.

Aly May, euronews:
“‘Populaire’ ist Ihr erster Langfilm. Was ist der Unterschied im Vergleich zu den Kurzfilmen, die Sie vorher gemacht haben?”

Régis Roinsard, Regisseur:
“Es ist ein Marathon. Zuerst die Vorbereitungsphase, das dauert sechs Monate, dann muss das Drehbuch geschrieben werden. Man braucht starke Nerven und Kondition, ganz ähnlich, wie im Film. Das, worum es im Film geht, die Herausforderung, der Wettbewerb, das geschieht auch mir. Es ist eine filmische Herausforderung, mein Regie-Debut, eine aufwendige Produktion. Der Dreh war ziemlich sportlich.”

Ali May, euronews:
“Déborah, Sie haben gekämpft, um diese Rolle zu ergattern und ähneln in der Hinsicht der Figur, die Sie darstellen, Rose, die auch unbedingt Erfolg haben möchte.”

Déborah François, Schauspielerin:
“Oh ja, ich bin ziemlich zielstrebig. Wenn ich eine Idee im Kopf habe, lasse ich nicht locker. Im Allgemeinen erreiche ich auch immer das, was ich will, ich gebe nicht so schnell auf.”

Romain Duris, Schauspieler:
“Ich habe nach ein paar Schlüsselelementen gesucht, um diesen merkwürdigen, zunächst einmal etwas unsympathisch wirkenden Typen darzustellen, der sich allmählich öffnet und die Liebe entdeckt.”

Der Film ist gerade in den deutschsprachigen Kinos angelaufen.

Dafür, dass Filme Made in France auch international wahrgenommen werden, sorgt eine staatliche, mit dem Export französischer Filme beauftragte Organisation. Jean-Paul Salomé ist der Präsident von UniFrance.

Ali May, euronews:
“Wo steht das französische Kino Ihrer Meinung nach heute?”

Jean-Paul Salomé, Direktor von UniFrance:
“Für mich ist es ein Kino, das Widerstand leistet gegen das Hollywood-Format. Nicht gegen den amerikanischen Film an sich, sondern das von den großen Filmkompanien verbreitete reine Unterhaltungskino, das auf Blockbustern und Absatzzahlen basiert. Auch das amerikanische Independent Kino hat zu kämpfen. Sobald man Filme machen will, die Tiefgang haben, die mehr enthalten, als ein Videospiel, verlässt man den Mainstream, und die Dinge werden kompliziert.”

Ein anderer Leckerbissen ist der Thriller “Dans la Maison” (“In ihrem Haus”) von Kult-Regisseur François Ozon. Es geht um einen hochbegabten Schüler, der seinen Französischlehrer mit voyeuristischen Aufsätzen über das Familienleben seines Schulkameraden beeindruckt. Fabrice Luchini und Kristin Scott Thomas spielen die Hauptrollen. Die Britin ist im Filmland Frankreich zu Hause. Was ist für sie das Besondere am französischen Kino?

Kristin Scott Thomas, Schauspielerin:
“Ich glaube, dass Kino in Frankreich ein eigenes Universum ist, nicht nur eine Industrie. Filme zu drehen ist ein künstlerischer Vorgang, so empfinden das die Leute.”

Die Französin Audrey Tautou wurde mit der fabelhaften Welt der Amélie bekannt. In der Literaturverfilmung “Thérèse Desqueyroux” spielt sie eine frustrierte Ehefrau mit Mordgelüsten.

Audrey Tautou, Schauspielerin:
“Ich mag Liebesgeschichten und Komödien, aber auch ernste Streifen, die etwas anderes anbieten, zum Nachdenken anregen, zur intellektuellen Auseinandersetzung. Das ist sehr spannend.”

“Thérèse Desqueyroux” ist der letzte Film des vor einem Jahr verstorbenen Regiemeisters Claude Miller.
Er basiert auf der gleichnamigen Romanvorlage von François Mauriac.

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