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Prozess gegen Polizisten: In Ankara endet der Protest in Gewalt

Prozess gegen Polizisten: In Ankara endet der Protest in Gewalt
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Der Prozess um einen getöteten Demonstranten sorgt in Ankara für eine angespannte Stimmung. Bei dem Prozess in der türkischen Hauptstadt ist ein Polizist angeklagt, der im Sommer bei den Protesten gegen die Regierung den Demonstranten Ethem Sarisülük erschossen hatte. Zur Wiederaufnahme des Prozesses kamen am Montag 2.000 Menschen. Darunter auch die Mutter und der Bruder des Opfers:

“Wir erwarten nicht, dass bei diesem Prozess die Gerechtigkeit die Oberhand behält. Weil wir keine Hoffnung haben, haben wir eine Anfrage an den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gerichtet. Aber wir haben nicht viel Hoffnung.”

Vor dem Gericht protestierten die Menschen zum Teil gewaltsam gegen die ihrer Meinung nach verzögerte Durchführung des Verfahrens. Sie kritisieren, dass der Polizist, der auf Sarisülük geschossen hatte, nicht persönlich vor Gericht erscheinen muss und nicht mehr in Untersuchungshaft sitzt. Er soll bei dem Prozess per Video zugeschaltet werden.

Die Polizei reagierte mit dem Einsatz von Wasserwerfern und Tränengas. Türkische Medien berichten von mehreren Verletzten und achtzehn Festnahmen.

Das Gericht soll klären, ob der Polizist die Pistole in Notwehr zog, um in die Luft zu schießen oder ob er den Schuss gezielt abgab.

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