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Grüne Hoteloase gleich neben dem Rollfeld

Grüne Hoteloase gleich neben dem Rollfeld
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“Hotel Verde”, also grünes Hotel, heißt die nagelneue Bettenburg am Flughafen von Kapstadt nicht ohne Grund. Das Hotel setzt auf umweltfreundliche Energieversorgung, Abwasseraufbereitung und Recycling. Für die richtige Temperatur und warmes Wasser sorgt die hauseigene Energiezentrale. Dafür wurde mit knapp 100 Bohrungen das Erdreich als Geothermie-Wärmespeicher erschlossen. Die Energieversorgung wird über Wärmepumpen sichergestellt. Der verantwortliche Ingenieur, Andre Harms, erläutert die Vorzüge des Wärmepumpensystems.

“Wir lassen das Wasser durch die Rohre zirkulieren und nutzen die Erdwärme. Das bedeutet, dass wir im Sommer, wenn kühle Frische gefragt ist, überschüssige Wärme in das Erdreich leiten. Wenn zum Beispiel draußen 30 Grad herrschen, was ziemlich häufig vorkommt in Kapstadt und das Erdreich eine konstante Temperatur von 19 Grad aufweist, leiten wir heißes Wasser in die Erde, wo es abgekühlt wird und mit einer niedrigeren Temperatur wieder ins Gebäude zurückfließt.”

Auch bei den Baumaterialien wurde auf umweltschonende Techniken und Materialien Wert gelegt. In die Betonstrukturen wurden Hohlkörper aus Plastik mit eingegossen. Betonverdrängung heißt das Stichwort. Die dadurch erzielte Gewichtseinsparung von bis zu 35 Prozent wirkt sich positiv auf die ganze Tragwerksstruktur aus und ermöglicht Materialeinsparungen. Immerhin gut 1200 Tonnen Beton waren es bei dieser Struktur.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Wasseraufbereitung. Das sogenannte Grauwasser von Duschen, Badewannen und Handwaschbecken wird aufgefangen und in der Toilettenspülung des Hotels eingesetzt. Dadurch wird weniger Wasser verbraucht. Auch Regen- und Grundwasser werden genutzt, sagt Andre Harms. “Der Grundwasserspiegel in der Region befindet sich eigentlich auf der Höhe meiner Hüfte, deswegen muss abgepumpt werden. Statt es zu entsorgen, leiten wir das Grundwasser in einen Tank, um es wieder zu verwerten, zum Beispiel bei der Gartenbewässerung oder der Autowäsche.”

Auch Sonnenenergie fängt das umweltfreundliche Hotel ein mit Panelen, die nicht nur Strom erzeugen, sondern als Sonnenschutz über den Fenstern dienen. Hotelgäste können im Fitnessraum einen Beitrag zur Energieerzeugung leisten, dank ihrer Muskelkraft. Die auf Laufband und Ergometer erzeugte Energie wird gespeichert und zum Beispiel beim Betrieb der Hotelaufzüge eingesetzt. Das bedeutet Stromeinsparungen zwischen 20 und 35 Prozent.

Einen Blick wert ist der Kräutergarten der Küche. Hier kommt zum Beispiel das gereinigte Grauwasser zum Einsatz. Das Hotel ist mit einer Aquaponik-Anlage ausgestattet, also die kombinierte Fisch- und Pflanzenzucht. Kein Tropfen Wasser wird verschwendet. Ziel sei eine möglichst niedrige CO2-Bilanz, sagt die stellvertretende Küchenchefin Yolande Burger.
“Wir bauen in unserer Aquaponik-Anlage Salat und Kräuter an, bald kommt auch Gemüse hinzu. Unsere Frischprodukte stammen von kleinen Unternehmen in einem Umkreis von maximal 160 Kilometern.”

Das im vergangenen August eröffnete Hotel wurde bereits mit einem Umweltpreis ausgezeichnet. Ob die Gäste den grünen Palast so richtig genießen können? Immerhin braust der Flughafen in unmittelbarer Nähe.