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Chinas neue Militärzone provoziert Tokio

Chinas neue Militärzone provoziert Tokio
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Im Inselstreit zwischen China und Japan wächst die Sorge vor einer militärischen Konfrontation. Die Regierung in Peking wies die Proteste aus Japan, Südkorea, Taiwan und den USA gegen die Errichtung einer eigenen Luftverteidigungszone Chinas in dem umstrittenen Seegebiet zurück.

Chinas Botschafter in Tokio, Cheng Yonghua, mahnte Zurückhaltung auf beiden Seiten an. Er sagte: “Ich bin der Meinung, beide Regierungen sollten sehr vorsichtig sein, damit die Situation nicht in ungeahnter Weise eskaliert.”

China verlangt, dass sich ausländische Militärflugzeuge in der neu eingerichteten Zone identifizieren und den Anweisungen der chinesischen Luftwaffe folgen.
Angesichts der Tatsache, dass sich jetzt Militärzonen in dem Gebiet überlappen, warnen Experten auch vor der Gefahr versehentlicher Luftzwischenfälle.

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe forderte Peking auf, die Maßnahme zurückzunehmen. “Dies ist eine äußerst gefährliche Angelegenheit, die eine unvorhergesehene Situation hervorrufen kann”, sagte Abe. Japan könne das chinesische Vorgehen, den Status quo zu verändern, nicht hinnehmen.

Der Streit droht auch die Beziehungen Chinas zu den USA zu belasten. Chinas Regierung forderte die USA auf, sich aus dem Streit herauszuhalten und “keine unverantwortlichen Bemerkungen mehr zu machen”. Die Kritik wurde US-Botschafter Gary Locke in Peking förmlich übermittelt. Washington hatte sich “tief besorgt” über die neue Militärzone gezeigt. “Dieser einseitige Schritt stellt den
Versuch dar, den Status quo im Ostchinesischen Meer zu ändern”, teilte US-Außenminister John Kerry mit. Er warnte vor neuen Spannungen und dem Risiko von militärischen Zwischenfällen.

China und Japan streiten seit langem über die japanisch Senkaku und chinesisch Diaoyu genannte, unbewohnte Inselgruppe, die praktisch unter japanischer Verwaltung steht. Die Gegend gilt als fischreich. Außerdem werden im Meeresboden Rohstoffe vermutet.

Der Streit hat eine lange Geschichte. Die Inseln liegen 200 Kilometer nordöstlich von Taiwan. Seit Chinas Niederlage im chinesisch-japanischen Krieg 1895 standen sie unter der Kontrolle Tokios. Nach dem Zweiten Weltkrieg von den USA
verwaltet, gingen sie mit der Rückgabe der Souveränität Okinawas 1972 wieder an Japan.

Da China jedoch alte Ansprüche auf das Territorium geltend macht, kommt es immer wieder zum Streit. Denn aus Sicht Pekings waren die USA aus historischen Gründen gar nicht berechtigt, die Inselgruppe an Japan zurückzugeben. Peking verweist auf Karten aus der Ming-Zeit (1368-1644), die nachwiesen, dass die Inselgruppe schon damals zu China gehört habe.