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Kunst im Dunkeln

Kunst im Dunkeln
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Alexander Vyshka und Denis Pravda gehören zu einer Gruppe Künstler im weißrussischen Witebsk, die mit Leuchtbildern experimentieren. Der Effekt ist ähnlich wie in der Diskothek. Schwarzlicht sorgt dafür, dass die Kunstwerke ihre Geheimnis offenbaren. Erst im Dunkeln entfalten diese Kunstwerke ihre ganze Ausdruckskraft.

Alexander Vyshka: “Wir betrachten das Gemälde, sehen es auf eine bestimmte Weise, gewöhnen uns daran und bewegen uns dann im Licht der Lampe fort. Das Licht verändert sich und plötzlich eröffnet sich eine ganz neue Welt auf ein und demselben Bild.”

Die Künstler zeigen ihre Werke in einer kleinen Galerie, selbstverständlich im Dunkeln.

“Am Anfang war ich ziemlich überrascht und dann total begeistert von dem, was ich entdeckte”, meint die Besucherin Svetlana Zuyeva. “Man tritt in einen völlig dunklen Raum, so, als würde der ganze Rummel der Außenwelt abgeschaltet. Das Licht geht aus und alles erstrahlt in neuen Farben.”

Bekannt ist Witebsk als die Stadt in der die Meister der Moderne Kasimir Malewitsch und Marc Chagall zu Beginn des 20. Jahrhunderts die russische Avantgarde begründeten.

Aktuelle Kunstschaffende wie Denis Pravda fühlen sich ihren großen Vorgängern verbunden. Der Lichtzauberer vermischt fluoreszierende und normale Farben, um die gewünschte Tiefenschärfe zu erzielen. Das Ergebnis sieht man erst im Dunkeln.

Denis Pravda: “Manche Farbschichten verschwinden, andere kommen zum Vorschein. Das Bild verändert sich selbst. Wenn wir UV-Strahlung auf das Gemälde halten, strahlen die Farben, verwenden wir normales Licht, erscheinen die Farben, die man bei UV-Licht nicht sieht.”

Die Kunst im Dunkeln ist vielleicht auch eine versteckte Art, das zu auszudrücken, was man in Weißrussland nicht öffentlich sagen darf: die eigene Meinung.