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Streit um Prostitutionsgesetz in Frankreich: Freier an den Pranger?

Streit um Prostitutionsgesetz in Frankreich: Freier an den Pranger?
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In Frankreich spaltet ein neues Prostitutionsgesetz die Gesellschaft. Es sieht vor, dass künftig nicht mehr die Prostituierten, sondern die Freier bestraft werden. Ihnen drohen bis zu 1500 Euro Bußgeld. In Paris sind Gegner und Befürworter des Entwurfs auf die Straße gegangen, während die Nationalversammlung debattierte.

Nicole Ameline ist Abgeordnete der oppositionellen UMP und Präsidentin der UN-Frauenrechtskonvention. Sie erklärte: “Was sollen wir tun? Wir müssen natürlich gegen den Menschenhandel vorgehen, das ist das Wichtigste, aber wir müssen auch die Menschen zur Verantwortung ziehen und das wird durch dieses Gesetz möglich. Ist es etwa normal den Körper einer Frau zu kaufen?”

Kritiker des Gesetzentwurfs prangern an, dass den Prostituierten de facto die Kundschaft und somit ihre Lebensgrundlage entzogen wird. Die Prostituierte Dalila klagte: “Ich werde auswandern müssen. Ins Ausland zu gehen ist für mich die einzige Lösung. Das werden alle tun.” Ein Freier sagte: “Es ist ein notwendiges Übel. Prostitution ist eine Art Sicherheitsventil, Vergewaltigungen, Morde, sexuelle Übergriffe und vielleicht sogar Scheidungen können verhindert werden. Es gibt zudem einen ganzen Teil der Gesellschaft, der ohne Prostituierte kein Sexleben haben würde.”

Schätzungen zufolge gehen in Frankreich bis zu 40.000 Frauen auf den Strich. Die meisten kommen aus Osteuropa, Afrika, China oder Lateinamerika. Viele sind Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution. Der Gesetzentwurf sieht daher auch Hilfen zum Ausstieg für die Frauen vor.