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Dalia Grybauskaite: "Europa kauft und verkauft nicht"

Dalia Grybauskaite: "Europa kauft und verkauft nicht"
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euronews:
Frau Präsidentin, dass die Ukraine das Assoziierungsabkommen nicht unterzeichnet hat, wird als die größte Niederlage der EU bezeichnet. Was ist schief gelaufen?

Dalia Grybauskaite:
Es ist keine Niederlage der Europäischen Union, es handelt sich um eine Niederlage der Ukraine, doch nicht einmal der Ukraine selbst sondern der ukrainischen Führung. Im Gegenteil, ich denke, dass das Gipfeltreffen in Vilnius deutlich gemacht hat, dass die ukrainische Führung weder politisch noch personell soweit ist, um den europäischen Integrationsprozess zu vertiefen. Diese Führung hat die Ukraine für die eigenen Interessen in Geiselhaft genommen. Andererseits sehen wir, dass die ukrainische Bevölkerung erwacht.

euronews:
Nun gibt es Meinungen, denenzufolge nicht genug getan wurde, um die Ukraine von Russland zu lösen, dass nicht genug geboten wurde.

Dalia Grybauskaite:
Europa kauft und verkauft nicht. Europa unterstützt die Staaten dabei, ihre eigenen Entscheidungen frei, ohne Druck zu treffen. Die derzeitige Führung der Ukraine ist zu einer solchen Entscheidung nicht fähig. Doch die Menschen in der Ukraine treffen diese Entscheidung allein, Tag für Tag.

euronews:
Ihre EU-Ratspräsidentschaft geht zu Ende. Wie fühlen Sie sich dabei?

Dalia Grybauskaite:
Sehr gut! Ich kann darüber lachen, natürlich haben wir sie groß vorbereitet. Praktisch haben die Vorbereitungen zwei Jahre in Anspruch genommen, zudem befinden wir uns in der Vorbereitungsphase der Europawahlen. Das alles hat dazu geführt, dass uns eine Menge Arbeit zufiel, denn alle werden im nächsten halben Jahr mehr oder weniger mit den Wahlen beschäftigt sein. Jetzt sind wir freilich erleichtert darüber, dass wir das alles geschafft haben, gar nicht so schlecht, einige würden sogar sagen, sehr gut! Doch ich darf darüber nicht urteilen. Zwei Wochen bleiben noch, bis die Ratspräsidentschaft an Griechenland übergeht.