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Präsidentenwahl in Indonesien

Präsidentenwahl in Indonesien
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Indonesien, das Land mit der weltweit zahlreichsten muslimischen Bevölkerung, wählt einen neuen Präsidenten.
Beobachter sprechen von einem Kopf-an-Kopf-Renner zweier Männer, die unterschiedlicher kaum sein könnten.
Da ist links der Ex-General Prabowo Sudianto, 62, rechts der Bürgermeister der Hauptstadt Jakarta; Joko Widodo, 53. Meinungsumfragen im Vorfeld von Wahlen sind in Indonesien gewöhnlich sehr ungenau.
Weshalb auch der Politikwissenschaftler Firman Noor meint, er könne eigentlich nicht anderes als einen sehr knappen Ausgang voraussagen.

Der als Populist und Nationalist geltende Prabowo Subianto hat schon mal geäußert, zu viel Demokratie halte er für zu teuer. Das verwundert nicht, wenn man auf seinen Lebenslauf schaut. Er ist der Schwiegersohn von Diktator Suharto. In dessen blutiger Herrschaftszeit hat er beim Militär Karriere gemacht. Und seine Familie ist im Dunstkreis des Diktators reich geworden. Amnesty International wirft ihm Menschenrechtsverletzungen vor, sowohl im besetzten Ost-Timor in den 1980er Jahren als auch später bei der Verfolgung von Suharto-Gegnern.
Nach dem Sturz seines Schwiegervaters lebte er einige Jahre im Exil. Subianto hat sich noch nie einer demokratischen Wahl gestellt.

Der politische Gegner Joko Widodo hingegen hat schon mehrere Wahlen gewonnen. Zuerst jene zum Bürgermeister seines Heimatortes und dann auch die zum Bürgermeister der Hauptstadt. Der Schreinerssohn, der sich hochgearbeitet hat, taucht immer wieder unangemeldet bei der Müllabfuhr oder einer städtischen Behörde auf, um sich persönlich ein Bild zu machen. Nur so meint er Kungeleien aufdecken und Korruption bekämpfen zu können. So ist er auch zum Hoffnungsträger all jener Indonesier geworden, die ernsthafte Reformen wollen. Für ihn spricht auch, dass er nie mit irgendeiner Form von Machtmißbrauch in Verbindung gebracht werden konnte. Dass sein Rivale gründlich nach schwarzen Flecken auf der weißen Weste des beliebten Mannes hat suchen lassen, davon kann man ausgehen. Nicht sicher ist allerdings, wie sehr der Ex-General mit der nicht so sauberen Vergangenheit durch seine aufwendige Medienkampagne die Wähler noch beeinflussen kann.