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Südsudan - schon ein "gescheiterter Staat" ?

Südsudan - schon ein "gescheiterter Staat" ?
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Das weinende Kind ist leider ein passendes Bild zum 3. Jahrestag der Staatsgründung von Südsudan.
Auf den jüngsten Staat auf unseren Planeten trifft leider zu, was in den letzten Jahren auch anderswo auf Abspaltung und jubelnde Unabhängigkeitsfeiern folgte – ein blutiger Machtkampf. Im Januar 2011 hatten sich bei einer Volksbefragung im christlich geprägten Süden des Sudan 99 Prozent der Wähler für einen eigenen Staat entschieden. Der Präsident der bis dahin autonomen Region, Salva Kiir, wurde erster Staatspräsident.
Die Freude an der neuen Unabhängigkeit währte nicht lange. Dem Präsidenten wurde Machtmißbrauch vorgeworfen. Vor allem sein Vizepräsident Riek Machar, der einer anderen ethnischen Gruppe angehört, schürte die Unruhe. Er will bei der nächsten Wahl 2015 Präsident werden. Ende 2011 entging er nur knapp einem Attentat und führte fortan einen Aufstand seines Stammes gegen den gewählten Präsidenten an. Was folgte, kennt man in Afrika nur zu gut: Bürgerkrieg, Massaker.

Wieder einmal sollten die Vereinten Nationen Frieden stiften. Drei Jahre lange leitete die Diplomatin Hilde Johnson diese Mission. Nun musste sie ihr Scheitern eingestehen. Das tut sie mit den Worten: “Süd-Sudan leidet seit 2005 an drei schlimmen Krankheiten: Korruption, die durch die Verfügungsgewalt über Erdölvorkommen nur noch schlimmer wurde. Die Herrschaft der Waffen an Stelle des Gesetzes, dabei Straffreiheit für die diversen “Sicherheitskräfte”, das alles unter einer Herrschaft der selbsternannten Eliten, die nur für sich herrschen statt für das Volk.”

So schockierend diese Bilder von verstümmelten Leichen sind – auch so etwas hat man schon in anderen Fällen von gescheiterten Staatsgründungen erlebt. Hier wurde die internationale Gemeinschaft im April 2014 aufgeschreckt, nachdem Rebellen die Statt Bentiu erobert hatten. Zwei Wochen später erschien US-Außenminister John Kerry in der Hauptstadt Juba, um einen Waffenstillstand zu vermitteln. Der wurde zwar unterzeichnet aber nie eingehalten. Schließlich hatte sich an den Interessen der verfeindeten Gruppen nichts geändert. Der noch amtierende Präsident hat nun Unterstützung aus dem Nachbarland Uganda bekommen. Dessen Truppen schützen jetzt seinen Amtssitz. Damit muss befürchtet werden, dass aus einem lokalen ein regionaler Konflikt wird. Auch das wäre leider in dieser Gegend nichts Neues.

Wird aus dem gerade drei Jahre alt gewordenen Staat in den Augen der Internationalen Gemeinschaft ein gescheiterter Staat, dann können sich die feindlichen Brüder im Norden freuen. Dann hätten die muslimischen Herrscher in Khartum wieder Zugriff auf den Erdölreichtum im Süden.