Eilmeldung

Eilmeldung

Argentinien "kurz vor dem Kollaps": Proteste gegen Sparpolitik

Sie lesen gerade:

Argentinien "kurz vor dem Kollaps": Proteste gegen Sparpolitik

Argentinien "kurz vor dem Kollaps": Proteste gegen Sparpolitik
Schriftgrösse Aa Aa

Argentinien kommt nicht zur Ruhe. In der Hauptstadt Buenos Aires gingen erneut Tausende Menschen auf die Straße. Ihre Forderung: „Schluss mit der Sparpolitik.“

Mit dieser versucht die Regierung das enorme Haushaltsdefizit zu reduzieren. Argentinien steckt tief in einer Wirtschaftskrise. Für die Bevölkerung bedeutet das: steigende Preise. Vielen Menschen fehlt es am Nötigsten.

Auch Gabriel Gil, Mutter von fünf Kindern: „Die Unsicherheit wird von Tag zu Tag größer. Jeden Tag haben wir weniger und schlechtere Lebensmittel. Ich frage mich mittlerweile: Wie soll ich meine Kinder ernähren?“

Peso verliert an Wert, Anleger zögern

Der Peso befindet sich weiter auf Talfahrt. Ein Dollar kostet heute rund doppelt so viel wie zu Jahresbeginn. Und das obwohl die Zentralbank gegensteuerte, den Leitzins von 45 auf 60 Prozent anhob – den weltweit höchsten Wert. Doch die Märkte sind weiter verunsichert. Die Inflation könnte bis Jahresende auf 40 Prozent steigen.

Regierung bittet IWF um Hilfe

Heute verhandelt Buenos Aires erneut mit dem Internationalen Währungsfonds. Dieser will Argentinien mit 50 Milliarden Dollar unter die Arme greifen. Die Regierung drängt auf eine schnellere Auszahlung der einzelnen Tranchen. Viele Menschen macht das wütend.

Daniel Menendez gehört zur der Bewegung „Barrios de Pie“, die mit zu den Protesten aufgerufen hat. Er sagt: „Die Präsenz des IWF in unserem Land ist eine Tragödie. Wir brauchen vielmehr konkrete Maßnahmen, um die angeschlagenen Sektoren dieses Landes zu schützen, damit die Krise nicht die Träume und Hoffnungen von Millionen von Argentiniern zerstört."

"Unser System steht kurz vor dem Kollaps"

Auch Nahuel Lopez macht auf den Straßen von Buenos Aires gegen die Sparpolitik mobil. Er sagt: „Ich hoffe nicht, dass es so weit kommt, aber unser System steht kurz vor dem Kollaps.”

Denn im Gegenzug zum Hilfskredit verpflichtet sich Argentinien zu Reformen und einem noch strikteren Spardiktat. Und die Regierung will den Rotstift zuerst bei Bauprojekten, Bildung und Sozialhilfe ansetzen – was die ärmere Bevölkerung besonders treffen wird.