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So will Macron die Armut bekämpfen

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So will Macron die Armut bekämpfen

So will Macron die Armut bekämpfen
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Der französische Präsident Emmanuel Macron hat in Paris seinen Armutsbekämpfungsplan vorgestellt.

Macron sprach in seiner Rede von einem „Skandal der Armut". Arm zu sein, so der Präsident, bedeute, an allen Fronten kämpfen zu müssen. Oft sei mit fehlenden finanziellen Mitteln nicht nur eine prekäre Wohnsituation verbunden, sondern auch der Zugang zu gesunder Ernährung versperrt, sagte Macron. Sein Vorhaben sei kein Wohltätigkeitsplan, sondern stehe im Mittelpunkt eines Bildungs- und Aktivitätsprojektes, das er für Frankreich auf den Weg bringe, betonte Macron.

„Ich möchte nicht, dass wir einen Plan aufstellen, damit die Armen besser in Armut leben können. Ich will, dass man ihnen die Wahl und die Möglichkeit gibt, nicht mehr arm zu sein, weil sie es so wollen", sagte der französische Präsident.

8,8 Millionen Menschen in Frankreich mussten im Jahr 2016 mit weniger als 1026 Euro je Monat auskommen und wurden damit als arm eingestuft. Macron beklagte, dass Armut innerhalb von Familien von Generation zu Generation weitergegeben werde. Er kündigte an, mit seinen Gegenmaßnahmen bereits im Kleinkindalter ansetzen zu wollen, so der französische Präsident. Die Lebenssituation von Kindern zu verbessern, stehe im Mittelpunkt seines Plans, betonte Macron.

In Frankreich waren 2016 18,2 Prozent der Bevölkerung von Armut bedroht - der Durchschnitt in der Europäischen Union liegt bei 23,5 Prozent, in Deutschland bei 19,7 Prozent, der Höchstwert wurde EU-weit in Bulgarien mit 40,4 Prozent erreicht.

Acht Milliarden Euro will die französische Regierung in den kommenden vier Jahren aufbringen, um die Armut zu bekämpfen - neben den Maßnahmen im Kindesalter kündigte Macron an, einen behördlichen Dienst einzurichten, der unter anderen Langzeitarbeitslose und Sozialhilfeempfänger enger begleiten soll.