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Abtreibungspille für 15-Jährige: Mutter kämpft vor Gericht in Nordirland

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Abtreibungspille für 15-Jährige: Mutter kämpft vor Gericht in Nordirland

Abtreibungspille für 15-Jährige: Mutter kämpft vor Gericht in Nordirland
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In Belfast steht eine Mutter vor Gericht, weil sie ihrer jugendlichen Tochter illegale Abtreibungspillen gegeben hat.

Es ist einer der ersten Fälle, in dem die restriktiven Abtreibungsgesetze Nordirlands direkt angefochten werden. Ihr wird vorgeworfen, das "Gift" mit der Absicht beschafft und verabreicht zu haben, im Juli 2013 bei ihrer Tochter eine Fehlgeburt einzuleiten. Das verstößt gegen das nordirische Personengesetz von 1861.

Nach dem Referendum über Abtreibung in der Republik Irland im Mai wurden auch die Forderungen nach einer Lockerung der Gesetze im Norden immer lauter. Nach derzeitiger Gesetzgebung müssen Frauen, die eine Abtreibung wünschen, meist nach England oder Schottland reisen, wo der Schwangerschaftsabbruch legal ist.

Die Mutter hatte medizinischen Rat gesucht, nachdem sie die als Abtreibungsmedikamente bekannten Mifepriston und Misoprostol online gekauft und ihrer Tochter gegeben hatte. Die damals 15-jährige wurde den Angaben nach von einem ihre gegenüber gewalttätigen Partner schwanger.

Katherine O'Brien vom britischen Schwangerschaftsberatungsdienst sagte: "Dieser Fall könnte eine echte Auswirkung auf Frauen haben, die eine Nachsorge brauchen. Wir hoffen, dass die Politiker in Westminster, die etwas gegen dieses Gesetz unternehmen können, endlich agieren."

Die Anwälte der Angeklagten argumentieren, dass nach den Regeln des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte die Empfängnis durch Sex zwischen Minderjährigen in einer missbräuchlichen Beziehung erfolgte, so dass die Fortsetzung ihrer Schwangerschaft gegen die Gesetzgebung verstoßen hätte.

Wenn die Anfechtung der Anklage vor Gericht scheitert, könnte die Mutter eine Gefängnisstrafe von bis zu 10 Jahren erhalten.