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Großbritannien: Wetterfühlige Wirtschaft

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Großbritannien: Wetterfühlige Wirtschaft

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In Großbritannien hat das Bruttoinlandsprodukt in den Sommermonaten bis August um 0,7 Prozent zugelegt. Die hohen Temperaturen sorgten unter anderem im Einzelhandel sowie in der Nahrungsmittelindustrie für ordentlich Zugewinne, teilte das britische Statistikamt ONS mit.

Ob Sommer oder Winter, die britische Wirtschaft ist traditionell wetterfühlig. Zu Jahresbeginn sorgten Schnee und Eis für einen Dämpfer.

Der größte BIP-Treiber für das Wachstum im Sommer sei der Dienstleistungssektor gewesen, lautet die Analyse der Statistiker.

Doch der wichtigste Einflussfaktor ist derzeit nicht das Wetter, sondern der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union. Der Internationale Währungsfonds warnt vor einem Brexit ohne vorheriges Abkommen zwischen Brüssel und London: Das Pfund werde fallen, das britische Staatsdefizit steigen und die Wirtschaft insgesamt Einbußen hinnehmen müssen, sagte IWF-Direktorin Christine Lagarde.

Die Angst vor der Abwanderung von Unternehmen etwa nach Frankfurt oder Paris sorgt für Unsicherheit in der britischen Finanzwirtschaft. Bis zu 5000 Arbeitsplätze könnten in dieser Branche aus London aufs europäische Festland wandern, rechnete die Bank of England vor.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie sorgt sich ebenfalls. BDi-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang drängt auf eine Einigung in den Brexit-Verhandlungen.

„Europa muss ein Worst-Case-Szenario verhindern. Eine Trennung des Vereinigten Königreichs von der Europäischen Union ohne Austritts- und Übergangsabkommen und ohne Klärung des künftigen Verhältnisses ist immer noch eine der möglichen Varianten. Wenige Tage vor dem eigentlich entscheidenden EU-Gipfel ist das eine beunruhigende Lage. Wenn es am 29. März 2019 so käme, wäre dies ein Desaster", so Lang.