Eilmeldung

Eilmeldung

Notlandung Sojus-Kapsel: "Tollen Job gemacht"

Sie lesen gerade:

Notlandung Sojus-Kapsel: "Tollen Job gemacht"

Notlandung Sojus-Kapsel: "Tollen Job gemacht"
Schriftgrösse Aa Aa

Nach der Notlandung der Sojus-Kapsel sind der russische Kosmonaut Alexej Owtschinin und sein US-Kollege Nick Hague wohlauf. Die Raumfahrer waren nach dem Fehlstart der russischen Rakete in der kasachischen Steppe nahe der Stadt Dscheskasgan im Zentrum des Landes aufgegriffen worden. Die Ursache für die Probleme ist bisher nicht geklärt.

Der russische Weltraumexperte Wladimir Popow geht nicht davon aus, dass es ein generelles Problem mit den russischen Raketen gibt. "Natürlich ist das eine unangenehme Situation, aber angesichts von mehr als 800 Starts mit solchen Raketen, bedeuten ein oder zwei Fälle wie dieser gar nichts", so Popow. "Natürlich gibt es einen Imageschaden, aber das hat keine große Bedeutung."

Die Trägerrakete für die Sojus-Kapsel hatte sich 119 Sekunden nach dem Start vom Weltraumbahnhof Baikonur wegen technischer Probleme abgeschaltet und aufgelöst. Die Kapsel löste sich von der Trägerrakete und segelte an Fallschirmen hängend zur Erde zurück.

Der ehemalige ISS-Kommandant Chris Hadfield lobt das Verhalten der Raumfahrer an Bord: "Vor allem Alexej hört sich kein bisschen verängstigt an. Er handelt ruhig, er ist vorbereitet und nimmt sich des Problems an. Ich finde, er hat einen tollen Job gemacht, damit, wie er die Kapsel wieder auf die Erdoberfläche gebracht hat. Im freien Fall hätte sich ihr Gewicht um das sechs- oder siebenfache vervielfacht. Die Raumfahrer wären zermalmt worden. Aber die meisten Flüge ins All laufen so ab, deswegen sind sie darauf vorbereitet. Das Wichtige ist, dass das die automatischen Systeme gut funktioniert haben, dass die Crew gut funktioniert hat und alle in Sicherheit sind."

Bemannte Sojus-Starts wurden nach dem Vorfall erstmal ausgesetzt. Russland will Berichten zufolge strafrechtliche Ermittlungen einleiten. Es sei eine Sonderkommission eingesetzt worden, die untersuchen solle, ob Sicherheitsbestimmungen missachtet wurden.