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Einwanderer in Venezuela: treu in harten Zeiten

Einwanderer in Venezuela: treu in harten Zeiten
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Die Krise in Venezuela trifft auch Menschen, die ihre Wurzeln nicht in Südamerika haben. Und obwohl viele Menschen das Land verlassen haben, halten einige Einwanderer Venezuela weiterhin die Treue.

Giuseppe Gianetto ist als Kind aus Italien hier her gekommen und hat später Karriere gemacht: als Rektor der größten Universität des Landes. Dass Italiens Regierung Juan Guaidó nicht als Übergangspräsident akzeptiert, ärgert ihn: "Italien wendet sich von Hunderttausenden Italienern und Nachfahren von Italienern ab, die sich in Venezuela in einer miserablen Lage befinden. Eine Schande ist das."

Eusebio Fernandes stammt aus Portugal. Er kam mit 19 nach Venezuela, wo er derzeit eine Käsefabrik leitet. Aufgrund der Inflation laufe die Fabrik auf zehn Prozent der Kapazität, erzählt er. Persönlich macht ihm die Situation ebenfalls große Probleme: "Die größte Herausforderung ist der Mangel an Medikamenten und allem, was damit zu tun hat. Vieles davon ist nicht erhältlich. Und das Wenige, was es gibt, ist sehr teuer. Ich leide an Krebs, aber die Medizin für meine Therapie kommen aus dem Ausland. Hier kann ich nichts davon kaufen."

Iliana López hat spanische Vorfahren. Sie studiert in Venezuela. Im Gegensatz zu vielen anderen jungen Menschen ist sie geblieben: "Ich bleibe wegen meiner Karriere, aber vor allem, weil ich mein Land liebe und Hoffnung hege, dass sich etwas ändern wird."

Hunderttausende Europäer sind in den 30er- und 40er-Jahren nach Venezuela ausgewandert. Das war die Zeit des Ölbooms. Von denen, die heute nach Venezuela kommen, arbeiten die meisten in Institutionen und Nichtregierungsorganisationen und wollen ihre Meinung nicht preisgeben.