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Mordanklage gegen britischen Soldaten nach 47 Jahren

Mordanklage gegen britischen Soldaten nach 47 Jahren
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Mehr als 47 Jahre, nachdem britische Soldaten bei einer Bürgerrechtsdemonstration in der nordirischen Stadt Derry 14 unbewaffnete Demonstranten erschossen, haben Ermittler Anklage wegen Mordes gegen einen der beteiligten Soldaten erhoben.

Die nordirische Polizei hatte Vorwürfe gegen insgesamt 18 Soldaten untersucht. Dazu Stephen Herron, von der Staatsanwaltschaft in Nordirland:

"Ich bin mir sehr bewusst, dass es für die Familien ein langer Weg war, um diesen Punkt zu erreichen. Heute wird es für viele von ihnen ein weiterer äußerst schwieriger Tag. Als Staatsanwälte gehen wir mit unserer Verantwortung völlig unparteiisch um, aber nicht ohne Mitgefühl für alle, die von unseren Entscheidungen betroffen sind".

Bereits im Jahr 2010 kam ein Untersuchungsausschuss zu dem Ergebnis, dass keiner der toten Demonstranten bewaffnet gewesen war.

John Kelly ist der Bruder des Opfers Michael Kelly:

"Menschen ihre Menschenrechte vorzuenthalten, heißt ihre Menschlichkeit herauszufordern, hat Nelson Mandela gesagt. Wir alle sind einen langen Weg gegangen, seit unsere Väter und Brüder am "Bloody Sunday" brutal auf den Straßen von Derry geschlachtet wurden. Alle Eltern der Verstorbenen sind verstorben, wir sind hier um ihren Platz einzunehmen".

Die Ereignisse des "Bloody Sunday" von 1972 lösten einen jahrzehntelangen blutigen Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten in der von Großbritannien beherrschten Provinz aus.

Rund 3500 Menschen kamen im Nordirlandkonflikt ums Leben.

Die britische Nordirland-Ministerin Karen Bradley hatte erst kürzlich für heftige Proteste gesorgt, als sie im Londoner Parlament erklärte, dass Tötungen durch britische Soldaten und Polizei im Nordirlandkonflikt nicht als Verbrechen zu werten seien.