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Prozessauftakt in Dänemark: Deepfake-Pornos

Prozessauftakt in Dänemark: Deepfake-Pornos
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In Viborg wird seit diesem Donnerstag einem Dänen der Prozess gemacht, der Bilder von Frauen auf die Körper von Pornodarstellerinnen kopiert hat - die Videos wirken täuschend echt. Deepfake, das Verbrechen eines Schreibtischtäters. Fotos von Facebook werden auf Pornowebseiten hochgeladen und digital bearbeitet.

Die Tat ist kein Einzelfall, mehr und mehr Frauen sind betroffen. Ihnen hilft der dänische Verein "Stop Chikane".

"Es kann jeden treffen"

Maria Kortenbach vom Verein "Stop Chikane" sagt, "zuerst gab es gefakte Porno-Videos mit den Gesichtern von Prominenten. Jetzt allerdings kann dieses Problem jeden treffen."

Im Falle des angeklagten Dänen sind 18 Frauen betroffen. 16 der Opfer waren zum Zeitpunkt der Tat unter 18, weshalb der Däne auch wegen des Vertriebs von Kinderpornographie angeklagt ist. Der 23-Jährige bekennt sich schuldig.

"wie sexuelle Belästigung im Internet"

Viele seiner Opfer stehen unter Schock. Der Staatsanwältin Miriam Michaelsen zufolge werden die Frauen in sozialen Netzwerken kontaktiert. Sie erhielten SMS, würden auf offener Straße mit den Bildern konfrontiert. Deshalb seien die Folgen vergleichbar mit jenen verursacht durch sexuelle Belästigung im Internet.

Wie kann man sich wehren?

Indem man umgehend Anzeige erstattet, rät Maria Kortenbach von "Stop Chikane". "Die Opfer müssen den Vorfall sofort dokumentieren, statt die Bilder zu löschen. Denn sonst sind die Beweise in einigen Stunden verschwunden."