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Seenotretter unter Anklage der italienischen Justiz

Seenotretter unter Anklage der italienischen Justiz
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Der spanische Feuerwehrmann Miguel Roldán wird von der italienischen Justiz der Beihilfe zum Menschenhandel beschuldigt.

Sein Verbrechen: die Rettung schiffbrüchiger Migranten im Mittelmeer. An Bord der Iuventa, ein von der deutschen Hilfsorganisation Jugend Rettet gechartertem Rettungsboot, verbrachte er vor zwei Jahren 20 Tage auf See und half bei der Rettung von 5000 Menschen.

Aber der Tod war auch ein Begleiter, wie er Euronews-Korrespondentin Ana Lazaro berichtete:

"Eine Mutter deutete ununterbrochen auf das sinkende Schiff und sagte immer wieder "mein Baby, mein Baby, mein Baby. Als ich den Havaristen betrat, sah ich nicht nur das tote Baby, sondern noch mehrere andere Ertrunkene. Als ich der Mutter signalisierte, dass ihr Kind tot ist...

ihr Gesicht voller Resignation und Traurigkeit... diesen Blick werde ich leider niemals vergessen."

Miguel und seinen zehn Mithelfer auf der Iuventa - sieben Deutsche, zwei Portugiesen und ein Schotte - drohen bis zu zwanzig Jahre Haft in Italien. Je mehr Menschen gerettet wurden, desto höher die Strafe...

Miguel bereut nichts und beteuert, stets den Gesetzen gemäß gehandelt zu haben, und die Erlaubnis der italienischen Behörden zur Rettung stets abgewartet zu haben.

Im Europaparlament haben Abgeordnete seine Geschichte angehört, ihre Befürchtung: hier sollen Hilfsorganisationen kriminalisert werden, so etwa Miguel Urbán von der Fraktion der Vereinigten Linken (GUE/NGL):

"Es handelt sich meiner Überzeugung nach ganz klar um den Versuch, nicht-staatliche Hilfsorganisationen zu kriminalisieren.

Nicht nur weil sie tun, was unsere Institutionen tun sollten, sondern auch weil sie unebqueme Zeugen dessen sind, was sich auf dem Mittelmeer abspielt."

2017 waren zwischen elf und fünfzehn Rettungsboote von Hilfsorganisationen von italienischen Häfen aus im Mittelmeer tätig. Jetzt sind es keine mehr. Sie bekommen keine Auslaufgenehmigung mehr.