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Vogeljagd in Afghanistan

Vogeljagd in Afghanistan
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REUTERS/Mohammad Ismail
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Für Jan Agha ist die Morgendämmerung eine gute Zeit, um auf die Jagd nach Kranichen zu gehen. In der weiten Ebene nördlich von Afghanistans Hauptstadt stellt er Vogelatrappen auf und spannt Netze, um die großen Tiere anzulocken und einzufangen. Für den 49-jährigen Jan Agha ist die Jagd auf die Vögel ein wichtiger Teil seines Lebens.

"Meine Vorfahren haben mich verschiedene Arten der Jagd gelehrt", erzählt Agha, "einige meiner Söhne haben von mir gelernt, ich hoffe, dass zumindest zwei von ihnen einmal Jäger werden und mein Name und meine Reputation über meinen Tod hinaus bestehen."

Etwa 500 Vogelarten gibt es in Afghanistan, einige von ihnen machen hier auf der Durchreise halt. Der Vogelmarkt ist ein Ort der Tradition in Afghanistan. Hier gibt es alles: schöne Vögel, singende Vögel, teure, billige und seltene Vögel.

"Viele Afghanen sind arm. Sie verdienen mit den Vögeln Geld", erzählt Shah Wali, der sich auf dem Markt umschaut. "Nach der Jagd bringen sie sie nach Kabul, um sie zu verkaufen. Ich habe gerade einen Vogel gekauft, um ihn in Kabul wieder zu verkaufen."

In dem kriegsgeschundenen Land sind die Vögel für viele Menschen ein Ausweg, sie geben ihnen Arbeit, Freude und Geld zum Überleben. Aber es gibt auch Warnungen vor Übernutzung, und es gibt Berichte, dass einige Vogelarten hier kaum noch zu sehen sind.

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