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Die Provinz Gyeonggi-do: das "Silicon Valley" Südkoreas

Die Provinz Gyeonggi-do: das "Silicon Valley" Südkoreas
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**Die südkoreanische Provinz Gyeonggi-do ist aufgrund ihrer atemberaubenden Natur beliebt bei Touristen. Ein Viertel der Landesbevölkerung lebt dort. Der Provinzname bedeutet "Region um Seoul", die Haupstadt liegt im Herzen der Provinz, die im Norden an Nordkorea grenzt. Gyeonggi-do ist das Wirtschaftszentrum Südkoreas und ein Vorreiter in der vierten industriellen Revolution.

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"Das 'Pangyo Techno Valley' wird oft auch das "Silicon Valley" Südkoreas genannt", weiß euronews-Reporterin Naomi Lloyd. "Aufgrund des Wirtschaftszentrums ist die Provinz Gyeonggi-do führend in neuen Technologien, die unsere Zukunft verändern."

Koreanische Tech-Giganten wie Samsung, LG und SK Hynix betreiben Forschungslabore im 'Pangyo Techno Valley'. Aber die meisten der insgesamt 1300 Unternehmen vor Ort sind Technologie-Start-ups.

Südkoreas erster fahrerloser Bus

Dort werden neue Technologien wie Südkoreas erster fahrerloser Bus getestet. Einer der Entwickler erklärt, warum gerade an diesem Ort: "Das 'Pangyo Techno Valley' ist der beste IT-Komplex für die Entwicklung von Start-ups in Korea. Hier können wir den Zero Shuttle unter Realbedingungen auf der Straße testen, da es hier weniger Kontrollen gibt", so Lim Kyung-il. Langfristig soll der Shuttle im öffentlichen Verkehr in Südkorea eingesetzt werden.

Modellstadt für die Industrie 4.0

Der Start-up-Campus, der neue High-Tech-Unternehmen mit einer kreativen Idee fördert, trägt zum Erfolg des Wirtschaftszentrums bei. Im Chang Gyoo vom Pangyo Techno Valley meint: "Mit 'Pangyo' haben wir eine junge Modellstadt mit großen Unternehmen, Technologie-Start-ups und Talenten geschaffen, die uns zum Technologieführer in Südkorea macht. Wir arbeiten auf die 4. industrielle Revolution hin."

Eine der Zukunftssektoren ist die Biotechnologie. Das lokale Startup-Unternehmen Ybrain hat ein Stirnband entwickelt, das neurologische Erkrankungen behandelt. Der Gründer des Unternehmens

Kiwon Lee erklärt das Prinzip: "Das Gerät erzeugt sehr schwache elektrische Ströme. Die Ströme gehen durch den Kopf und beeinflussen die Funktion des Gehirns, sodass mit dem Gerät die Symptome von Depressionen, Demenz und Schizophrenie gelindert werden können". Das Stirnband wird inzwischen in mehr als 40 Krankenhäusern in und um Seoul eingesetzt und soll in den breiten Markt eingeführt werden.

Pilotprojekt Grundeinkommen

Auch in einer weiteren Beziehung ist die Gyeonggi-do-Provinz zukunftsweisend: Jeder 24-Jährige bekommt ein Grundeinkommen, egal ob er arbeitet oder nicht.

"In Zukunft werden Maschinen und Künstliche Intelligenz vieles produzieren, dadurch wird es weniger Arbeit für Menschen geben. Deshalb muss es ein Grundeinkommen geben", so der Gouverneur Jae-myung Lee. "Wir sind die ersten, die ein solches Pilotprojekt starten, und ich bin fest überzeugt davon, dass es erfolgreich sein wird und die Welt und andere Länder der Provinz Gyeonggi -do folgen werden".

Um die Idee des Grundeinkommens weltweit zu fördern, veranstaltete die Provinz eine internationale Konferenz. Mehr als 30 Städte und Länder nahmen daran teil.

"Ich wünschte, das gäbe es auch bei uns, und ich bin ziemlich neidisch darauf, dass die Provinz Gyeonggi diese Idee angestoßen hat, das ist toll", meint Annie Miller Chair vom Citizen’s Basic Income Trust. "Gouverneur Lee ist ein Visionär und beeinflusst die Menschen positiv und bringt sie dazu, die Gesellschaft anders wahrzunehmen."

Das "Youth-Dividend-Programm" ist einer der größten Pilotprojekte dieser Art weltweit, 170.000 junge Menschen profitieren davon. Sie erhalten einen Betrag von umgerechnet 200 Euro pro Quartal. Die Idee dabei ist nicht, die Lebenshaltungskosten zu decken, sondern die jungen Menschen dabei zu unterstützen, einen Arbeitsplatz zu finden oder zu schaffen.

Frieden, High-Tech-Vorreiter und Wohlstand für alle

Die Provinz ist auch der Ort, wo im vergangenen Jahr die Friedensgespräche mit dem nördlichen Nachbarn geführt wurden: Der historische Gipfel zwischen den Staatschefs Nord- und Südkoreas fand im Grenzdorf Panmunjom statt.Gyeonggi-do hat eine ehrgeizige Zukunftsvision - Frieden mit dem Nachbarn, eine globale Führungsrolle im High-Tech-Zeitalter zu spielen und Wohlstand zu schaffen, von dem alle ihre Bürger profitieren.