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EuGH: „Stechuhr“ auch für Außendienst und Home Office

EuGH: „Stechuhr“ auch für Außendienst und Home Office
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Das "Stechuhr"-Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) könnte die Arbeitswelt in Europa einschneidend verändern. Nach Gewerkschaftsangaben sind zum Beispiel in Deutschland mindestens 20 Prozent der Arbeitnehmer bisher außen vor, unter anderem im Außendienst oder im Home Office.

In dem Fall vor dem EuGH hatte eine Gewerkschaft in Spanien gegen die Niederlassung der Deutschen Bank geklagt - hier war die Rechtslage bis vor wenigen Tagen ähnlich war wie in Deutschland: Es bestand nur eine Pflicht zur Aufzeichnung der Überstunden - nicht der gesamten Arbeitszeit.

Alle Dienstzeiten, alle Überstunden, jede Email nach Feierabend: Arbeitgeber sollen verpflichtet werden, die volle Arbeitszeit aller Beschäftigten systematisch zu erfassen. Erst mal wird heftig über den Status quo diskutiert. Die Gewerkschaften begrüßten dies als Schutz vor unbezahlten Überstunden und Verfügbarkeit rund um die Uhr. Arbeitgeber warnen vor neuer Bürokratie.

Vor allem für Außendienstler oder Telearbeiter fordert der EuGH ein «objektives, verlässliches und
zugängliches System» zur Messung der geleisteten täglichen Arbeitszeit. Alle EU-Staaten müssten dies durchsetzen, entschieden die obersten EU-Richter. Denn ohne solche Systeme könnten weder die
geleisteten Stunden und ihre zeitliche Verteilung noch die Zahl der Überstunden objektiv und verlässlich ermittelt werden.

Die sozialistische Regierung in Spanien hat nach dem Urteil eine allgemeine Pflicht zur Arbeitszeiterfassung eingeführt. Sie trat am Sonntag in Kraft und lief keineswegs reibungslos an. Zahlreiche Unternehmen hätten die nötigen Vorkehrungen nicht getroffen, so eine Sprecherin des GewerkschaftsdachverbandesCCOO („dpa“).

su