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Griechenland: Geflüchtete berichten von illegalen Zurückweisungen

Griechenland: Geflüchtete berichten von illegalen Zurückweisungen
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Der Weg über die griechisch-türkische Grenze nach Europa ist für viele Flüchtlinge der letzte Schritt, bevor sie in der EU Asyl beantragen können. Anstatt in der erhofften Sicherheit fanden sich einige türkische Asylsuchende jedoch plötzlich auf der anderen Seite der Grenze wieder. Opfer, Anwälte und Familienmitglieder berichteten Euronews über illegale Zurückweisungen an der Grenze in der griechischen Region Evros.

"Wir werden euch zurückschicken"

Einer der Asylsuchenden erzählt: "Es waren vier Polizisten und dahinter vier weitere Personen, die militärische Uniformen trugen, sie sahen aus wie Soldaten. Einer von ihnen trug eine Maske und alle hielten große Stöcke in der Hand. Vor allem der mit der Maske, der hatte einen größeren Stock dabei. Sie traten auf, als würden sie in den Krieg ziehen, als wären sie bereit, uns anzugreifen. Natürlich wollten wir verstehen, was passiert und wir fragten: "Warum macht ihr das?" und sie antworteten: "Wir werden euch zurückschicken"

Plötzlich im Gefängnis auf der anderen Seite

Eine der Geflüchteten hatte ihre Kinder dabei: "Meine Kinder waren bei mir und fragten mich: "Mama, werden sie uns töten?" Ich antwortete ihnen: "Nein, die werden uns nicht töten, sie wollen uns nur zurück schicken."

Die Gruppe ist inzwischen in Griechenland angekommen, aber andere hatten nicht so viel Glück. Aisse Erdogan hatte vor ihrem Grenzübertritt sowohl Anwälte als auch ihren Zwillingsbruder in Griechenland informiert - aus Angst vor einer illegalen Zurückweisung. Später schickte Aisse ein Foto aus dem Grenzort Nea Vyssa. Doch nach ihrem Besuch bei der Polizei verliert sich ihre Spur. Inzwischen sitzt Aisse im Gefängnis in der Türkei.

Anwälte bemühen sich um Aufklärung

Ihr Bruder Ihsan Erdogan machte sich vergeblich auf die Suche nach ihr: "Ich ging zur Polizei und sagte: "Meine Schwester ist hier und ich will sie sehen" und sie antworteten: "Es ist niemand hier, heute wurde niemand verhaftet." Ich war schockiert und fragte: "Wie konnte das passieren? Ich weiß, dass meine Schwester hier ist, ich weiß, dass sie verhaftet wurde und Sie sie registriert haben. Sie antworteten nur: "Nein."

Auf Anfrage von Euronews erklärten Beamte des griechischen Ministeriums für Zivilschutz, dass diese Vorfälle nicht bestätigt werden konnten. Doch Geschichten wie diese nehmen zu und und die Anwälte der Opfer bemühen sich um Aufklärung und fordern eine unabhängige Untersuchung um zu klären, wer für diese Fälle verantwortlich ist.