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Menschenrechtsaktivisten beobachten den Gezi-Prozess in Instanbul

Menschenrechtsaktivisten beobachten den Gezi-Prozess in Instanbul
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In Istanbul wird der international aufmerksam verfolgte Gezi-Prozess gegen Vertreter der türkischen Zivilgesellschaft fortgesetzt. Sie sind angeklagt, die Gezi-Proteste im Sommer 2013 finanziert und organisiert zu haben, um die türkische Regierung zu stürzen. Die Staatsanwälte fordern 605 bis 2.970 Jahre Haft für die jeweils 16 Angeklagten, insgesamt 47.520 Jahre. Die dritte Anhörung des Gezi-Prozesses soll zwei Tage dauern.

Die Proteste richteten sich damals gegen den Bau eines Einkaufszentrums im Instanbuler Gezi-Park und gehörten zu den größten in der Geschichte des Landes. Sie dauerten drei Wochen und breiteten sich auf die ganzeTürkei aus. 8 Menschen wurden dabei getötet, fast 10.000 verletzt.

Hauptangeklagerter ist der Intellektuelle Osman Kavala. Der Kulturmäzen, dessen Stiftung Anadolu Kültür auch mit zahlreichen deutschen Institutionen zusammenarbeitet, sitzt seit November 2017 in Untersuchungshaft. Ihm wird außerdem vorgeworfen, Verbindungen zu den Organisatoren des Putschversuchs von 2016 gehabt zu haben.

Osman Kavala forderte in einer Anhörung am Dienstag seine Freilassung. Die Anklageschrift sei haltlos, sagte er vor den Richtern.

Euronews sprach vor Beginn der Anhörung mit seiner Frau Prof. Dr. Ayşe Buğra Kavala: "Der Gedanke, dass er der Organisator und Finanzier einer Bewegung mit offiziell drei Millionen Teilnehmern sein soll, ist offen gesagt , etwas aus dem Bereich der Fantasie. Darüber hinaus gibt es in der Anklage keine wirklichen Beweise dafür, dass die Gezi-Proteste darauf abgezielt haben, die Regierung gewaltsam zu stürzen."

Mehr als 500 Zuschauer kamen zu der öffentlichen Anhörung, darunter internationale Beobachter und Menschenrechtsaktivisten aus den USA, Frankreich, der Schweiz sowie Deutschland.