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Studieren in vollen Zügen - CEU unterwegs von Budapest nach Wien

Studieren in vollen Zügen - CEU unterwegs von Budapest nach Wien
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Die von Ungarn verdrängte Central European University (CEU) hat ihren Lehrbetrieb im Nachbarland Österreich aufgenommen. Ungarns Regierung unter Viktor Orbán betrachtet den Gründer der Universität, US-Milliardär George Soros, als eine Art Staatsfeind. Ein Jahr dauert der Übergang, der Lehrbetrieb läuft parallel in Budapest und Wien. Studenten, Mitarbeiter von Fachbereichen und Professoren pendeln gut 240 Kilometer zwischen den beiden Städten.

Constantin Iordachi, Geschichtsprofessor, CEU:

„Wir müssen 2, 3 Tage von zu Hause weg, manche Kollegen sogar 4. Also, das stört ein bisschen unser Privatleben. Unsere Frauen müssen mehr bei den Kindern zu Hause zu sein.“…... “Sehr ungewöhnlich, dass wir in Wien einen weiteren Campus aufbauen mussten. Und es war sehr schwierig für die Mitarbeiter und die Fakultät, dies umzusetzen. Es war natürlich eine neue Erfahrung, und ja, wir haben versucht, die beiden Zeitpläne so zu gestalten, dass sie sich ergänzen. Wir machen Blockkurse in Wien und dann in Budapest.

Für Rektor Michael Ignatieff ist der erzwungene Umzug immer noch ein „Skandal“.

Die Central European University (CEU) ist eine im Jahr 1991 gegründete Privatuniversität mit Sitz in New York, einem Campus in Budapest und seit Juli 2019 mit einer Akkreditierung in Wien.

Die CEU war im Juli als 16. österreichische Privatuni akkreditiert worden und hat Ende September ihren Studienbetrieb aufgenommen, nachdem die ungarische Regierung ihr die Rechtsgrundlage entzogen hatte. 250 Millionen Euro kostet der Umzug nach Wien bis 2025 - eine Summe, die die Uni laut Ignatieff nur dank ihrem Gründer, dem ungarisch-stämmigen Demokratie-Förderer Soros, stemmen kann.

Im aktuellen Übergangsjahr werden insgesamt 600 Studienanfänger der US-akkreditierten Studienprogramme zumindest ein Trimester in Wien verbringen, den Rest der Zeit studieren sie am bisherigen Campus in Budapest. Ab 2020/21 werden alle Studienprogramme nur noch in Wien angeboten, neben den US-akkreditierten sind das auch die neuen österreichischen Programme.

Karl Hall, Lehrbeauftragter für Geschichte, CEU:

„Ich kann mich nicht wirklich beklagen. Wir sind sehr glücklich, dass wir die Ressourcen und logistischen Optionen haben, um vorauszuplanen und alle möglichen Vorkehrungen zu treffen. Ich sorge mich mehr um das Wohlergehen unserer Studenten und ich meine, dies gilt auch für viele meiner Kollegen. Wir bekommen gute Unterstützung, wir können unsere Bahntickets kaufen, wir können in anständig in Wien übernachten. Also im Moment keine Klagen. Alles nur eine Frage der Koordination.“

Beatrix Asboth, Euronews:

„Ich habe mit Lehrern und Mitarbeitern gesprochen, die nach Budapest gezogen waren, weil sie einen Job bei CEU bekommen haben. Kurzfristig versuchen sie zu pendeln, langfristig stellen sie sich auf Wien ein.“

Beatrix Asboth, su mit dpa