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WEF: Standort Deutschland sackt ab

WEF: Standort Deutschland sackt ab
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Singapur ist der attraktivste Wirtschaftsstandort, wenn es nach einer Rennliste des World Economic Forum (Weltwirtschaftsforum WEF, Genf) geht, und hat die USA vom Spitzenplatz verdrängt, gefolgt von Hongkong, den Niederlanden und der Schweiz. Und Deutschland?

Stürzt bei der Wettbewerbsfähigkeit von Staaten ab, gleich um vier Ränge auf den siebten Platz. Es ist die schwächste Positionierung des Landes seit der Finanzkrise vor einer Dekade. Spitze bei Innovationsfähigkeit und Makroökonomischer Stabilität (Schulden, Inflation), wurde das Land vor allem in den Sparten Lohnflexibilität und Steuern nach unten gezogen, aber auch bei der Internet-Infrastruktur und Solidität des Bankensystems.

EU-HINTERBÄNKLER

Im Vergleich zu den anderen großen Ländern in der EU fällt Deutschland als einzige Nation zurück. So springt Spanien um drei Plätze nach vorn – und liegt nun auf Rang 23. Frankreich konnte sich um zwei Plätze verbessern und liegt auf Rang 15, Italien rangiert in diesem Jahr auf Platz 30. Im Vergleich zum Vorjahr kann das EU-Land damit einen Platz aufholen.

Auf den letzten WEF-Rängen landen der Kongo, Jemen und Tschad. Das rohstoffreiche Venezuela rutschte wegen der katastrophalen Wirtschaftslage 6 Plätze ab und landet auf Platz 133 von insgesamt 141 analysierten Ländern.

"GELDDUSCHE DER ZENTRALBANKEN REICHT NICHT"

Die ganze Schulklasse habe sich zu wenig um die Produktivität gekümmert, so die WEF-Experten und sich auf die Gelddusche der Zentralbanken verlassen.

Saadia Zahidi, World Economic Forum:

"In den vergangenen 10 Jahren haben nur die paar größten Zentralbanken etwa 10 Billionen Dollar in die Weltwirtschaft gepumpt, und das hat nicht ausgereicht, um die Produktivität auf die Beine zu bringen. Vor allem, weil wir nicht alle Produktivitätsfaktoren beachtet haben."

Die Lücken bei der Wettbewerbsfähigkeit sind besorgniserregend
World Economic Forum

"Die Welt befindet sich an einem sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Wendepunkt", so die WEF-Studie. "Die Lücken bei der Wettbewerbsfähigkeit sind besorgniserregend, weil die Weltwirtschaft mit der Aussicht auf einen Abschwung konfrontiert ist". Komme dazu: "Die veränderte geopolitische Lage und die wachsenden Handelsspannungen heizen Unsicherheiten an und könnten zur Konjunkturabschwächung führen."

Das WEF-Wettbewerbsranking von 141 Staaten beruht auf Wirtschaftsdaten und Experteninterviews. Es gilt als eine der wichtigsten Publikationen, nach denen globale Konzerne entscheiden, wo sie neue Fabriken bauen oder Mitarbeiter zusätzlich einstellen.

Das Weltwirtschaftsforum ist eine in Cologny im Schweizer Kanton Genf ansässige Stiftung. Sie ist in erster Linie für das von ihr veranstaltete Jahrestreffen gleichen Namens bekannt, das jedes Jahr in Davos im Kanton Graubünden stattfindet.

su