Eilmeldung
euronews_icons_loading
Verwandte von Lonesome George mit Hubschrauber ausgeflogen

Im Jahr 2012 war die berühmte Riesenschildkröte Lonesome George (Solitario Jorge) im geschätzten Alter von über 100 Jahren im Aufzuchtzentrum auf der Galapagosinsel San Cristobal verstorben. Er war der letzte seiner Art: Chelonoidis nigra abingdonii Pinta.

Bei einer Expedition am Vulkan Wolf auf der Galapagosinsel Isabela (am Vulkan leben etwa 10.000 bis 12.000 Riesenschildkröten in Freiheit) haben Forscher nun eine weibliche Schildkröte gefunden, bei der stark angenommen wird, dass ein Elternteil noch eine Chelonoidis nigra abingdonii Pinta war - wie Lonesome George. Eine Sensation! Es könnte sogar sein, dass das Elternteil noch lebt, die jetzt gefundene, mit George verwandte Schildkröte sei noch relativ jung. Dann wäre George nicht der letzte seiner Art gewesen. Lonesome George hatte sich während seines Lebens in der Aufzuchtstation stetig geweigert, sich fortzupflanzen. Die Forscher hatten immer wieder neue weibliche Schildkröten, die seiner Art nahe waren, zu ihm gebracht, doch er wollte sich mit keiner paaren.

Neben diesem Weibchen, das mit Sicherheit Gene der vermutlich ausgestorbenen Art der Schildkröten von der Insel Pinta trägt, wurden noch 29 andere Schildkröten vom Vulkan Wolf ausgeflogen. 11 Männchen und 18 Weibchen. Sie wurden - ebenso wie die Verwandte von Lonesome George - ins Charles-Darwin-Zentrum auf der Galapagosinsel San Cristobal gebracht. Sie tragen den Forschern zufolge Erbgut der ebenfalls als ausgestorben geltenden Art von der Insel Floreana: Chelonoidis niger Floreana.

Die Expedition, bei der insgesamt 30 Schildkröten ausgeflogen wurden, fand am Vulkan Wolf auf der Galapagosinsel Isabela statt. Hier hatten nämlich früher die Walfänger und Piraten Schildkröten von ihren Schiffen geworfen, die sie nicht als Nahrung brauchten.