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Annäherung: Kosovo und Serbien wollen Zug- und Autobahnverbindungen

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Annäherung: Kosovo und Serbien wollen Zug- und Autobahnverbindungen
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Kosovo und Serbien wollen Zug- und Autobahnverbindungen zwischen beiden Ländern schaffen. Dazu unterzeichneten Vertreter der ehemaligen Kriegsgegner auf der Münchner Sicherheitskonferenz eine Absichtserklärung. Dies solle vor allem die wirtschaftliche Entwicklung der Region fördern.

Für die serbische Seite sprach Präsident Aleksandar Vucic: "Wir werden uns in Zukunft alle viel besser fühlen und es wird möglich sein, die Lage in der Region zu stabilisieren und den Frieden für die kommenden Jahrzehnte zu sichern, was für die Menschen im westlichen Balkan von größter Bedeutung ist."

Auch der kosovarische Präsident Hashim Thaci zeigte sich zufrieden: "Die Absichtserklärungen, die wir heute unterschrieben haben, sind eine weitere positive Botschaft für mehr Frieden, mehr Stabilität, mehr Entwicklung und mehr Arbeitsplätze. Das ist es, was der Kosovo, Serbien und die gesamte Region brauchen."

US-Vermittler: Wirtschaftliche Entwicklung hat Vorrang

Die Gespräche waren vom US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, vorangetrieben worden. Grenell betonte, man habe sich nicht auf die politischen Aspekte des Konflikts konzentrieren wollen, sondern auf die wirtschaftliche Entwicklung. Es gehe darum, eine Wirtschaftszone zu schaffen, von der beide Seiten profitierten. Das Abkommen sei auch eine Nachricht an Unternehmen in den USA und Europa, dass sie in die Region kommen sollten.

Zuletzt gab es vor dem Zerfall Jugoslawiens Eisenbahnverbindungen zwischen Serbien und seiner damaligen Südprovinz Kosovo. Eine Autobahn zwischen beiden Ländern müsste komplett neu gebaut werden.

Im Januar hatten Belgrad und Pristina zudem eine Absichtserklärung für die Wiederaufnahme einer Flugverbindung zwischen beiden Hauptstädten abgegeben. Serbien macht allerdings die Umsetzung dieser Vereinbarungen davon abhängig, dass Pristina die Ende 2018 verfügten hohen Strafzölle gegen Waren aus Serbien aufhebt.

Bis zum Zerfall Jugoslawiens hatte das Kosovo den Status einer autonomen Provinz Serbiens. Die Aufhebung der Autonomie durch Serbien führte Ende der 90er Jahre zum Kosovo-Krieg, in den im März 1999 die Nato mit Bombardierungen gegen Serbien eingriff. Belgrad zog schließlich seine Verwaltung und Sicherheitskräfte aus dem Kosovo ab, 2008 erklärte sich das heute fast ausschließlich von Albanern bewohnte Land für unabhängig. Serbien hat sich mit dem Verlust seiner einstigen Südprovinz aber bis heute nicht abgefunden.