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Qual der Wale – ein Wendepunkt erreicht?

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Qual der Wale – ein Wendepunkt erreicht?
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Rund um die britischen Südgeorgien-Inseln in der Antarktis sind wieder mehr Blauwale gesichtet worden - fünfundfünfzig in nur 23 Tagen.

Seit 1966 dürfen die größten Säugetiere der Welt nicht mehr gejagt werden.

© Euronews

Dr. Martin Collins, der für Südgeorgien zuständige Manager beim britschen Polarforschungsprogramm British Antarctic Survey:

"Es wurden wirklich phänomenal viele Wale getötet. Allein in Südgeorgien waren es mehr als 40.000 Blauwale. Wir sind nicht sicher, wie wenige wirklich übrig geblieben sind. Die Blauwale bleiben auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Arten - es gibt so wenige. Und obwohl wir einen Anstieg sehen, ist es immer noch ein sehr kleiner Anstieg, wenn wir das mit den Massen an Blauwalen vergleichen, die in der Vergangenheit getötet wurden."

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Rund um die Inseln in Südgeorgien lebten bis Mitte des 19. Jahrhunderts hunderttausende Wale. Bis in die 1970er Jahre wurden sie als Nahrung erlegt, bis nur noch bis zu 3.000 übrig waren.

Heute wird geschätzt, dass es wieder bis zu 20.000 Tiere gibt.

"EIN WAL IST SO VIEL WERT WIE TAUSENDE BÄUME"

Die Umwelt freut sich: Nach Berechnungen von Meeresbiologen, so der Internationale Währungsfonds (IWF) im Dezember 2019, könne ein großer Wal im Lauf eines 60 Jahre langen Lebens der Erdatmosphäre rechnerisch 33 Tonnen CO2 entziehen: „Wenn es darum geht, den Planeten zu retten, ist ein Wal genauso viel wert wie Tausende von Bäumen.“

Während Bäume durch Photosynthese das CO2 aus der Luft in Kohlenstoff verwandelten, der zum Teil jahrhundertelang im Holz gebunden bleibt, sei die Klimaschutz-"Strategie" der Wale eine andere. ("GEO"). Zwar sei auch in ihrer Körpermasse CO2 aus der Atmosphäre gebunden. Wichtiger sei aber ein anderer Effekt: Durch ihre Lebens- und Ernährungsweise trügen Wale dazu bei, dass pflanzliches Plankton, so genanntes Phytoplankton, wachsen kann. Und diese mikroskopisch kleinen Meeresorganismen binden gigantische Mengen CO2.

Pflanzliches Meeresplankton erzeugt den IWF-Autoren zufolge nicht nur etwa die Hälfte des gesamten Sauerstoffs in der Atmosphäre – es absorbiere jedes Jahr ungefähr 37 Milliarden Tonnen CO2. Das entspreche rund 40 Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Um dieselbe Reinigungsleistung zu erreichen, bräuchte man vier Amazonas-Regenwälder.

Sigrid Ulrich mit Euronews GME

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