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769 neue Todesfälle in Spanien: Zahl so hoch wie noch nie

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769 neue Todesfälle in Spanien: Zahl so hoch wie noch nie
Copyright  Charlie Riedel/AP
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In Spanien ist die Zahl der Menschen, die in den vergangenen 24 Stunden am neuartigen Coronavirus gestorben sind, so hoch wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Sie liegt bei 769 Todesfällen, so die Bilanz des Gesundheitsministeriums am Freitag. Am Donnerstag waren es 655 und am Mittwoch 738 Tote. Die Gesamtzahl der Verstorbenen liegt bei 4858. 64.059 Menschen in Spanien sind infiziert. 4165 Erkankte werden laut Behörden auf der Intensivstation behandelt, 9.357 geheilt. Die Regierung will heute die Verlängerung des Notstands bis zum 11. April beschließen.

Die meisten Fälle gibt es aber nach wie vor in den USA: Dort wurde in rund 86.000 Fällen eine Infektion mit dem Erreger nachgewiesen, so Zahlen der amerikanischen Johns-Hopkins-Universität. Damit wurden in den Vereinigten Staaten nun mehr Fälle gemeldet, als in Italien (80.589) und China (81.894). Nach Ansicht von Experten dürfte es in den USA vielerorts jedoch wesentlich mehr Infektionen geben, als bislang durch Tests bestätigt wurden.

Rund 500.000 Infektionen weltweit

Weltweit gibt es nun rund eine halbe Million nachgewiesene Infektionen mit dem Virus. Mehr als 24.000 Menschen sind bislang an der Lungenerkrankung Covid-19 gestorben. Laut Johns-Hopkins-Universität werden aus Italien mit mehr als 8.200 die meisten Todesfälle gemeldet. China meldet über 3.200.

Wieder mehr Sars-Cov-2-Fälle in Italien

Nach einem leichten Rückgang bei den Neuinfektionen, sind in Italien die Zahlen wieder angestiegen. Zu Beginn der Woche hatte es weniger Neuinfektionen gegeben, so dass die Hoffnung wuchs, die Ausgangsbeschränkungen würden Wirkung zeigen.

Die Stadt Bergamo, die in Italien am schwersten von der Corona-Pandemie betroffen ist, hat fast sieben Mal mehr Tote als normalerweise in einer Woche verzeichnet: Letzte Woche seien dort 313 Menschen gestorben, teilte die Kommune mit. In den letzten zehn Jahren seien durchschnittlich 45 Tote pro Woche gezählt worden.

Spanien: Regierung kauft fehlerhafte Diagnosekits

In Spanien, das Land mit den zweitmeisten Infektionen in Europa, ist Kritik an der Regierung laut geworden, die mangelhafte Corona-Tests gekauft hatte. Laut Gesundheitsministerium habe man die 9.000 Tests inzwischen wieder zurückgegeben. Nach Angaben von Ärzten und Experten aus der Region Madrid hatten die Diagnosekits eine Genauigkeit von nur 30 Prozent. Tests mit dem mangelhaften Material hätten deshalb leicht zu falschen Ergebnissen führen können.

Die Vorwürfe der Opposition, die Regierung habe beim Kauf fahrlässig gehandelt, wies das Ministerium zurück. Das Material sei für den gesamten europäischen Raum zugelassen gewesen, hieß es. Die Regierung dementierte auch Berichte, das Material sei in China gekauft worden. Man habe es vielmehr von einem spanischen Lieferanten bezogen. Madrid und die chinesische Botschaft betonten außerdem, die mangelhaften Testkits stünden in keinem Zusammenhang mit dem am Mittwoch verkündeten Geschäft mit China. Madrid hatte mitgeteilt, man werde von dem asiatischen Land Schutzmasken, Testkits, Handschuhe und Beatmungsgeräte für insgesamt 432 Millionen Euro kaufen.

Während Experten immer wieder betonen, breit angelegte Tests in der Bevölkerung seien unerlässlich, um der Pandemie Herr zu werden, herrscht in Spanien ein Mangel an Testkits.

16-jährige stirbt an Coronavirus

In Frankreich hat sich die Zahl der Covid-19-Todesfälle weiter stark erhöht. Laut Gesundheitsministerium stieg diese innerhalb eines Tages um 365 auf fast 1.700. Erstmals sei in Frankreich auch eine Jugendliche im Alter von 16 Jahren unter den Todesopfern.

Den Angaben zufolge befinden sich derzeit 3.375 Patientinnen und Patienten mit schweren Krankheitsverläufen auf Intensivstationen. Die Zahl der bestätigten Infektionen ist um rund 4.000 Fälle auf 29.566 gestiegen.

China stoppt Einreise für Ausländer

China hat aus Angst vor einer zweiten Infektionswelle angekündigt, Ausländer zunächst nicht mehr einreisen zu lassen. Wie lange der Einreisestopp gelten soll, ist nicht bekannt. Der Schritt sei erforderlich, weil sich das Virus im Rest der Welt rasant ausbreite, hieß es in einer Mitteilung des Außenministeriums.

Ebenfalls angekündigt wurde eine starke Reduzierung der Flugverbindungen. Ab Sonntag soll jede chinesische Fluggesellschaften nur noch eine Verbindung pro Woche in jedes Land anbieten dürfen. Das gleiche gilt für ausländische Airlines, die nach China fliegen.

Laut Pekinger Gesundheitskommission wurden in der Volksrepublik rund 50 weitere Erkrankungen bei Menschen nachgewiesen, die nach China eingereist sind. Insgesamt zählt das Land damit bereits knapp 600 solcher Fälle.

Es habe erneut keine lokalen Erkrankungen gegeben. In der zentralchinesischen Provinz Hubei starben jedoch weitere fünf Menschen. Insgesamt sind in China bislang fast 3.300 Menschen Sars-Cov-2 zum Opfer gefallen.