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Werden E-Commerce, Automatisierung und Roboter nach Covid-19 der neue Standard sein?

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Werden E-Commerce, Automatisierung und Roboter nach Covid-19 der neue Standard sein?
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Die Geschäftsaussichten in Zeiten der Corona-Pandemie sehen eher düster aus. Aber es ist nicht alles zum Scheitern verurteilt. Viele Unternehmen trotzen dem aktuellen Abschwung mit den vielfältigen Möglichkeiten des E-Commerce. Außerdem ist die Nachfrage nach Automatisierung und Robotik weltweit, von den USA bis nach China, stark gestiegen. Beschleunigt die Corona-Krise den Aufstieg der Roboter?

Welche wichtigen Geschäfts- und Verbrauchertrends sind seit Beginn der Pandemie bei Verbrauchern und Unternehmen zu beobachtet? Khalid Elgibali **von Mastercard** meint: "Nicht die gesamte Wirtschaft ist negativ beeinflusst. Es gibt Segmente, die einen steilen Anstieg verzeichnen. Ich gebe Ihnen ein Beispiel. Im Bereich der Home Entertainment und Streaming-Plattformen hatte ich vor drei Monaten nur einen Anbieter, heute sind es fünf. Und ich bin sicher, dass es noch mehr Verbraucher wie mich gibt, die ihr Verhalten ändern mussten. Es gibt also Segmente und Sektoren der Wirtschaft, die davon profitiert haben.“

„Und es gibt natürlich die Segmente und Sektoren, die stark betroffen sind: Reisen, Gastgewerbe, Tourismus, Restaurants. Sie mussten ihre Geschäftsmodelle ändern. Es gibt keine bessere Motivation als 'Überleben müssen'. Viele der traditionellen Einnahmequellen, wie der Besuch eines Kunden im Ladengeschäft, gibt es einfach nicht mehr."

Explosionsartige Zunahme des bargeldlosen Zahlens

Analyst Khalid Elgibali hat vor Kurzem eine Umfrage veröffentlicht, nach der die Bargeldzahlung für viele Menschen bald der Vergangenheit angehören könnte. Er sagt: „Acht von zehn befragten Personen geben an, dass sie bezüglich der Verwendung von Bargeld Bedenken haben und besorgt sind. Ist es sauber genug? Ist es sicher? Sehr interessant ist, dass 70 bis 80 Prozent der Verbraucher sagen: 'Ich verwende einfach kein Bargeld mehr. Punkt.‘ Sie haben ihre Gewohnheiten endgültig geändert und das wird neue Segmente und neue Branchen schaffen."

Live-Unterhaltungsindustrie verlagert sich auf Streamen und branchenfremden Support

Die Live-Unterhaltungsindustrie ist mit sozialer Distanzierung schlichtweg unvereinbar. Ist das das Ende von vollen Spielhäusern und ausverkauften Festivals? Jere Harris ist Geschäftsführer von 'Production Resource Group‘, bekannt für einige der größten Live-Veranstaltungen der Welt, von Broadway-Stücke bis hin zu den Zeremonien der Olympischen Spiele: "Für uns als Unternehmen und für das, was wir tun, ist die ganze Welt zum Stillstand gekommen. Wir würden im Durchschnitt 15 bis 20 Millionen US-Dollar pro Woche einnehmen. Und jetzt: Vollstopp. Ich denke, das wird uns alle verändern. Es wird das Ensemble für immer verändern, weil wir die Dinge jetzt anders betrachten werden. Wir sehen viel mehr Möglichkeiten zum Streamen. Mit der heutigen Technologie können wir viel erreichen, und vielleicht wird einigen Leuten klar, dass wir vieles auf eine einfachere Weise erreichen können."

Wenn Manager wie Jere Harris eine Bestandsaufnahme machen, stellen sie fest, dass ihre Unternehmen ihre Ressourcen anpassen und die Fähigkeiten ihrer Belegschaft auf andere Weise nutzen. Das Unternehmen 'Production Resource Group hat zum Beispiel sein Know-how für schnelle, behelfsmäßige Einsätze zur Verfügung gestellt, um die Pandemie an den Frontlinien in Berlin und New York City zu unterstützen. Jere Harris: „Für das Berliner Krankenhaus haben wir die gesamte Infrastruktur bereitgestellt, damit sie ein größeres, temporäres Krankenhaus aufbauen konnten - zwar in einer anderen Größenordnung als wir es für U2 oder Coldplay gemacht hätten. Aber nichtsdestotrotz, jeder hat gesagt, wir machen das."

Roboter sind in vielen Bereichen auf dem Vormarsch

Weil die menschliche Interaktion überall auf ein Minimum beschränkt ist, werden zunehmend Maschinen eingesetzt, um die entstehenden Lücken zu schließen. Von China über Russland bis hin zu den USA - Roboter und Automatisierung sind zu einem integralen Bestandteil für Unternehmen geworden. Mit weniger Menschen vor Ort übernehmen Rotober die Reinigung, die Regalbestückung oder die Belieferung. Regallagerroboter und Reinigungsroboter können einen großen Einfluss darauf haben, die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

In Russland werden Arbeitsplätze und Wartehallen mit intelligenten Drehkreuzen mit Temperaturkontrolle ausgestattet und in China können große, 5G-betriebene, intelligente Containerhäfen die Fracht automatisch löschen und lagern.

Tracey Stannard ist Inhaberin eines Geschäfts in den USA "Seit wir das Geschäft am 1. April für Kunden geschlossen haben, machen wir die Lieferung und Abholung auf diese Weise. Wir haben gut zwei Wochen gebraucht, um uns umzustellen und unser Liefer- und Bestellsystem für Lebensmittel einzurichten".

Brad Bogolea, Gründer und CEO von Simbe Robotics erklärt seinen Roboter Tally: "Tally ist ein vollständig autonomer mobiler Roboter, der Einzelhändlern dabei helfen soll, die Inventur in den Geschäften zu verbessern. Mit Covid-19 gibt es unserer Meinung nach jetzt mehr Argumente denn je für eine Automatisierung im Einzelhandel. Wir sind der Meinung, dass es zu einer stärkeren Verbreitung der Robotik kommen wird."

Phil Duffy vom Unternehmen Brain Corp. betont, dass es nicht darum geht, Menschen ersetzen zu wollen: „Wir wollen ein fortschrittliches Werkzeug, um auf ein höheres Produktivitätsniveau zu kommen, sodass der Mensch sich auf die höherwertigen Aufgaben konzentrieren kann, die Roboter nicht gut erledigen."