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Willy Wagner am Bass

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Der Frankfurter Bassist Willy Wagner ist einer jener unzähligen freischaffenden Musiker, denen Covid-19 zu schaffen macht, nicht gesundheitlich, Willy Wagner geht es gut, sondern finanziell. Freischaffende Künstler leben von Konzerten, spielen oft in mehreren Bands, machen mit bei den unterschiedlichsten Projekten, werden angefragt für einzelne Auftritte, kurze oder lange Tourneen, jonglieren mit diversen Vertragsformen, Honorarvereinbarungen, Kurzzeitverträgen… Wenn von heute auf morgen "das öffentliche Leben" – und damit auch Konzerte und Festivals – eingefroren wird, wie während der Covid-19-Krise, dann trifft es zuallererst und am aller härtesten diejenigen, die nicht fest angestellt sind, die keinen Dauerarbeitsvertrag haben - Menschen wie Willy Wagner.

Als euronews für die "Unreported Europe-Reportage Covid-19 macht freischaffenden Künstlern das Leben schwer" in Deutschland und Ungarn recherchierte, machte uns ein befreundeter Kameramann, selbst Musiker, auf Willy Wagner aufmerksam. Statt mit Stars und Sternchen in Stadien zu spielen, muss Willy Wagner nun zu Hause üben, ohne Publikum, ohne Gage. Für den Lebensunterhalt springt die Arbeitslosenversicherung ein, doch das Hartz IV Geld ist arg knapp bemessen.

Willy Wagner, Jahrgang 1965, heizte schon ein für Michael Jackson, spielte mit Vorgruppen für Brian Adams, Robby Williams, Celine Dion, Herbert Grönemeyer, Fugees und The Cure. Willy Wagners Tournee-Kalender der vergangenen Jahrzehnte sind ein Who’s Who der Pop- und Rockgeschichte, der internationalen wie insbesondere auch der deutschen (und nicht zu vergessen: ein Schlenker in Richtung Flamenco, zusammen mit einigen spanischen Bands).

Als wir die Reportage fertig geschnitten hatten, dachten wir, schade, dass der Willy nur so kurz zu hören ist (bei einem Acht-Minuten-Format gilt es leider, Kompromisse zu finden, Interviews zu kürzen, Musikstücke zu reduzieren). Deshalb bieten wir Ihnen hier eine etwas länger Version von Willy Wagners Bass-Improvisation an, ganz ohne Kommentar, nur Willy Wagner und sein E-Bass.

Ein Leben für die Musik

Werfen wir einen kurzen Blick auf Willy Wagners Lebenslauf: Im Alter von acht Jahren griff Willy erstmals in die Saiten, bereits mit zwölf spielte er als Bassist in Bands. 1987 stieg er ein bei der Rio Reiser Band, später bei Gina Livingston, Mikis Theodorakis, Ulla Meinecke, hatte Auftritte mit dem Modern Ethnic Ensemble (unter anderem mit Hossam Ramzy). Willy war Bandmitglied bei der hessischen Kultband Flatsch („Die groben Junggesellen“), selbst im Staatstheater Wiesbaden und in der Alten Oper Frankfurt rockte Willy bereits. Ob Fish (Marillion), Wolfgang Niedecken, Moses Pelham Band, Richard Clayderman, The Busters, Curtis Blow, Xavier Naidoo, Jim Kahr oder Wolfgang Ambros - es wäre einfacher eine Liste von Musikern und Bands zu erstellen, mit denen Willy noch nicht gespielt hat.

In letzter Zeit hatte er viel zu tun mit Edo Zanki, Julia Neigel, Jessica Born, Glashaus, dem Rilke Projekt, Andrew Strong (The Commitments), Zöller (BAP Drummer) und spielte Bass für diverse CD-Projekte bei Uli Pfannmüller (Tone up Studio). – Hoffen wir, dass COVID-19 bald der Vergangenheit angehört und wir Willy Wagner wieder live auf der Bühne zu hören bekommen. Seitens des Euronews-Teams aber erst einmal Dankeschön für den Drehttermin in Frankfurt/Main und das sagenhafte Bass-Solo.