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Amthor zieht CDU-Kandidatur zurück: Der Absturz des Shootingstars?

Amthor auf dem Parteitag in Leipzig, 2019
Amthor auf dem Parteitag in Leipzig, 2019   -   Copyright  ODD ANDERSEN/AFP or licensors
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Philipp Amthor zieht seine Kanditatur für das Amt des CDU-Chefs von Mecklenburg-Vorpommern zurück - und damit die Konsequenz aus dem Skandal um seine umstrittene Lobbyarbeit. Statt Amthor soll sich laut CDU-Informationen der Kommunalpolitiker Michael Sack für den Landesvorsitz bewerben. Ist damit die steile Karriere des 27-Jâhrigen aus Uckermünde jäh beendet?

Nach der Kritik an seiner Arbeit für das New Yorker Startup Augustus Intelligence lässt der CDU-Politiker auch seine Arbeit für eine internationale Wirtschaftskanzlei ruhen. Sein Büro teilte dem Spiegel mit, Amthor wolle sich nicht noch angreifbarer machen.

Auf der Internetseite des Bundestags ist verzeichnet, dass Amthor für die Kanzlei White & Case als freier Mitarbeiter tätig war. Dafür erhielt er monatlich eine Bezahlung bis zu 3.500 Euro. Amthor hat zwar Jura studiert, ist allerdings kein Volljurist. Er kann demnach keine Mandanten selbständig als Rechtsanwalt beraten. Wofür er bezahl wurde, wirft daher Fragen auf.

Laut Spiegel gibt es eine Verbindung zwischen White & Case und dem US-Unternehmen Augustus Intelligence. Das legten Firmenunterlagen von Augustus nahe, berichtete das Magazin. Den Verdacht, dass er über die Kanzlei als Honorar getarnte Zahlungen von Augustus erhalten haben könnte, habe Amthor als "infam" und "schlicht falsch" zurückgewiesen. Seine Tätigkeiten stünden in keinem Zusammenhang mit Augustus.

Losgetreten wurde die Lobby-Affäre vor einer Woche mit einem Bericht darüber, dass Amthor in seiner Rolle als Abgeordneter für Augustus beim Bundeswirtschaftsministerium lobbyiert haben soll. In einem Brief an Peter Altmaier hatte der CDU-Politiker um Unterstützung geworben. Die Generalstaatsanwaltschaft prüft daher, ob gegen Amthor der Anfangsverdacht wegen "Bestechlichkeit und Bestechung von Mandatsträgern" vorliegt.

Amthor hatte einen Direktorenposten in dem New Yorker Unternehmen inne und hielt zwischenzeitlich Aktienoptionen. Zudem soll er an Reisen teilgenommen haben und wird seitdem aufgefordert zu erklären, wer dafür bezahlte. Amthor wies den Vorwurf, käuflich zu sein, zurück. Das Engagement sei aber ein „Fehler“ gewesen, schrieb er auf Instagram.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete hat sich ebenfalls aus dem Untersuchungsausschuss zum islamistischen Anschlag auf dem Breitscheidplatz in Berlin zurückgezogen. Hintergrund ist Amthors Nähe zum früheren Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen, der auch im Ausschuss befragt werden soll.

Wie Grünen-Chef Robert Habeck erklärte, sei Maaßen aber "erkennbar ein Buddy von Philipp Amthor", mit Blick auf ein im "Spiegel" veröffentlichtes Foto der beiden. Amthor könne den früheren Geheimdienstchef daher kaum neutral befragen.