Eilmeldung
This content is not available in your region

WHO: Deutschland als Blaupause im Kampf gegen das Coronavirus

euronews_icons_loading
WHO: Deutschland als Blaupause im Kampf gegen das Coronavirus
Copyright  CCTV/AP
Schriftgrösse Aa Aa

In vielen Teilen der Erde steigen die Infektionszahlen mit dem Coronavirus wieder deutlich an. In China ist Peking der neue Hotspot, den es gilt, unter Kontrolle zu bringen. In Deutschland hat der Kreis Gütersloh die Lockdown-Maßnahmen verlängert.

Dort, wo alles begann, kämpfen die Behörden mehr als sechs Monate nach dem ersten Ausbruch in und um Peking gegen eine zweite Covid-19-Welle. Zwischenzeitlich war es dem Land gelungen, die Krankheit einzudämmen.

Doch die jetzt steigenden Infektionszahlen zeigen, dass die Krise noch lange nicht vorbei ist, sagt der WHO-Sonderbeauftragter für COVID-19, Dr. David Nabarro, gegenüber Euronews:

"Die Ausbreitung des Virus nimmt weltweit rapide zu. Besonders beunruhigend ist, was in Lateinamerika, Südasien und Teilen Afrikas geschieht. Es ist wirklich wichtig, dass es jeder, überall ernst nimmt. Es scheint kein Land oder keine Region zu verschonen. Wir werden in Westeuropa ein Wiederaufflammen erleben, auch wenn die Zahlen erst mal zurückgegangen sind."

WHO: Deutschland als Blaupause bei der Pandemiebekämpfung

Besonders alarmierend ist die Entwicklung in Gütersloh. Nach dem Corona-Ausbruch bei Deutschlands größtem Fleischverarbeiter Tönnies bleibt das öffentliche Leben im Landkreis Gütersloh für eine weitere Woche bis zum 7. Juli eingeschränkt. Für den Nachbarkreis Warendorf dagegen laufen Einschränkungen in der Nacht zu Mittwoch aus, wie der Ministerpräsident des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, am Montag in Düsseldorf sagte.

Das Robert Koch-Institut, die Bundesbehörde für Infektionskrankheiten, hatte in der Nacht zu Montag neue Zahlen zur sogenannten Sieben Tage-Inzidenz veröffentlicht. Demnach liegt die Kennziffer der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in Kreis Gütersloh innerhalb der vergangenen sieben Tage noch deutlich über der Marke von 50. In dem Kreis leben rund 370.000 Menschen.

WHO-Experte Dr. David Nabarro hält das für genau die richtige Reaktion und lobt die Verantwortlichen in Deutschland: "Die Länder, die es am besten machen, sind diejenigen, die sich bemühen, herauszufinden, wo das Virus ist, und die auch gut entwickelte Pläne für den Fall eines Ausbruchs haben. Das sehen wir zum Beispiel in Deutschland. Das wird die Blaupause für die Zukunft sein. Wir werden dieses Virus immer wieder zurückkommen sehen. Wir werden in der Lage sein müssen, es schnell zu unterdrücken. Und wir alle müssen wissen, was zu tun ist, um die Ausbreitung der Infektion zu stoppen."

Eindämmung auf lokaler Ebene ist momentan der beste Ansatz

Bis es einen Impfstoff gibt, wird die Eindämmung auf lokaler Ebene das Mittel der Wahl bleiben. Auf der ganzen Welt laufen Forschungsprojekte, bis ein Impfstoff allen zur Verfügung steht, werden aber noch Monate oder gar Jahre vergehen.

Zuletzt waren bei der internationalen virtuellen Geberkonferenz für die Impfoffentwicklung Hilfszusagen in Höhe von 6,15 Milliarden Euro zusammengekommen. Allein die EU-Kommission und Deutschland sagten knapp 5,3 Milliarden Euro zu. Ursula von der Leyen, die den Spendenmarathon gemeinsam mit der New Yorker Nichtregierungsorganisation Global Citizen organisiert hatte, betonte, man müsse massiv und rasch in die Herstellung von Impfstoffen investieren. Eine Aufgabe dieser Größenordnung könne nur bewältigt werden, wenn sich die Welt zusammenschließe. Dutzende von Milliarden seien erforderlich.