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IAO: Corona bedeutet mehr Arbeitslosigkeit, mehr Armut, mehr Frust

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IAO: Corona bedeutet mehr Arbeitslosigkeit, mehr Armut, mehr Frust
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Die Aussichten für den globalen Arbeitsmarkt in der zweiten Hälfte des Jahres sind der Internationalen Arbeitsorganisation zufolge "höchst unsicher". Die prognostizierte Erholung reicht demnach nicht aus, um die Beschäftigung wieder auf das Niveau vor der Coronakrise zu bringen.

So gingen im zweiten Quartal weltweit schätzungsweise 14% der Arbeitsstunden verloren. Das entspricht 400 Millionen Vollzeitarbeitsplätzen.

Die IAO schätzt, dass die Arbeitszeitverluste im vierten Quartal wahrscheinlich noch immer bei 4,9 Prozent liegen würden, also 140 Millionen Vollzeitarbeitsplätze.

Bei einem pessimistischen Szenario mit einer zweiten Coronawelle könnte diese Zahl auf 11,9 Prozent oder 340 Millionen Arbeitsplätze ansteigen.

Die Beschäftigungskrise wirft auch ihre Schatten auf die Gleichstellung von Frauen und Männern am Arbeitsplatz. Da Frauen bereits häufiger in Teilzeit sind oder wegen der Kinder jahrelang aufhören zu arbeiten, seien sie stärker vom Beschäftigungsrückgang betroffen.

Frauen arbeiten oft in den Bereichen, die am stärksten von der Pandemie betroffen sind. Sie sind sehr stark im Gesundheits- und Sozialwesen vertreten, und unbezahlte Pflege, die häufig von Frauen geleistet wird, wurde durch die Pandemie notwendiger.
Wir laufen also Gefahr, die - wenn auch bescheidenen - Fortschritte bei der Gleichstellung der Geschlechter, die wir in den letzten Jahren verzeichnet haben, zu verlieren.
Guy Ryder
Leitung IAO

Laut Schätzungen der IAO in Genf wird die Welt aus der Corona-Pandemie mit höheren Arbeitslosenquoten, höheren Armutsquoten, mehr Ungleichheit, mehr Frustration unter den Bürgern, aber auch höherer Verschuldung hervorgehen.