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Wütende Proteste des Krankenhauspersonals in Frankreich und Spanien

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Wütende Proteste des Krankenhauspersonals in Frankreich und Spanien
Copyright  Thibault Camus/Copyright 2020 The Associated Press. All rights reserved
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Die Proteste der französischen Krankenpfleger und Ärzte in Dutzenden Städten reißen nicht ab. Die von der Regierung versprochene Finanzspritze von 300 Milliarden Euro - für französische Gewerkschafter ein Tropfen auf dem heißen Stein.

Philippe Martinez vom französischen Gewerkschaftsbund CGT kritisiert:

Natürlich geht es um das Pflegepersonal, aber auch um den technischen Dienst, die Verwaltung und um die Altenheime. Die Fragen kommen alle Monate wieder auf. Ja, wir stehen all jenen zur Seite, denen monatelang applaudiert wurde. Allerdings haben wir den Eindruck, dass sich nichts geändert hat.

Vorausgegangen sind wochenlange Verhandlungen zwischen Krankenhausvertretern und der Regierung. Das Ergebnis hat die Wut vieler Demonstranten weiter angefacht.

Stéphane Daugerm vom krankenhausübergreifenden Verbund klagt:

Es gab keine entscheidenden Fortschritte. Das ist schwer verständlich für die Bevölkerung. Die Regierung hat Milliarden versprochen, um die Gehälter des Personals anzuheben. Wir erfahren jedoch, dass das Geld mit den privaten Einrichtungen geteilt wird, die es auch brauchen. Aber es entspricht in etwa der Summe, die wir verlangt hatten, um die am schlechtesten bezahlten Pflegekräfte der Krankenhäuser auf das Niveau ihrer Kollegen im Ausland kommen. Sie sind es, die die Krankenhäuser weiter in großen Scharen verlassen.

Spaniens Krankenhäuser in Geldnot

Ein anderes Land, die gleiche Situation. Auch in Madrid demonstrierten Hunderte Krankenpfleger und Ärzte für bessere Verträge und mehr Gehalt.

"Verteidigt das Gesundheitssystem" - "Kümmert euch um die, die euch pflegen" war auf den Bannern zu lesen.

Krankenschwester Lucia Villarejo vom Gregorio Maranon Krankenhaus sagt:

Wir sind keine Helden, wir sind nur Menschen. Wir hatten Angst, trotzdem sind wir arbeiten gegangen, weil das unser Job ist. Wir hatten Angst und mussten unsere Familien zu Hause lassen, um uns um andere zu kümmern. Wir haben uns auch infiziert, Kollegen wurden krank. Wir wollen deutlich machen, dass uns die finanziellen Mittel fehlten und fehlen - wir brauchten sie schon immer dringend.

Insgesamt infizierten sich bis zum Ende der vergangenen Woche mehr als 52.000 Krankenpfleger und Ärzte in Spanien mit dem neuen Coronavirus.