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Weinen um den (Schaum-)Wein

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Weinen um den (Schaum-)Wein
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Schöne Champagne - die Weinregion im Nordosten Frankreichs ist bekannt für ihr prickelndes Gold. Auf dem bleiben die Produzenten dieses Jahr aber sitzen. Abgesagte Feiern, Hochzeiten, Feste, einige Hundert Millionen Flaschen werden wohl in bis Jahresende übrigbleiben.

"Eigentlich hat das Jahr gut angefangen", berichtet Thibaut Le Mailloux vom Comité Champagne, "doch jetzt kommt es für die Champagne schlimmer als in der Weltwirtschaftskrise." Le Mailloux spricht aber auch von Optimismus und davon, dass die Weinregion in 300 Jahren schon mehrere Krisen durchgestanden und immer wieder "innovative Lösungen" gefunden habe.

Die innovative Lösung in der Corona-Krise sieht so aus: Eine Champagner-Quote soll einen Preissturz wegen des Überangebots verhindern, ähnlich der OPEC-Förderquote für Öl. Überschüssiger Schaumwein muss dann zerstört werden.

"Wir zerstören das, was die Natur uns schenkt", ärgert sich der Weinbauer Anselme Selosse, "Da könnten wir den Champagner ja gleich statt in die Flasche auf die Erde kippen."

Exquisites Desinfektionsmittel

Als Desinfektionsmittel gegen das neue Coronavirus will Anselme Selosse seinen Traubensaft nicht genießen. Auch, wenn er dann zumindest noch einem guten Zweck dienen würde. Kein Hirngespinst, genau das wird schon anderswo in Frankreich praktiziert.

Nicht nur kleine Produzenten wie Selosse machen sich Sorgen. Bei Vranken-Pommery, einem Multi-Millionen-Euro-Unternehmen, sieht man diese Krise mit Sorge. "Aus den anderen Krisen gab es einen Ausweg. Dieser fehlt in der aktuellen Krise, außer wir finden einen Impfstoff", sagt Firmenchef Paul Francois Vranken.

Er will wie auch andere Produzenten mit einer neuen Strategie gegensteuern: weniger Partygetränk, dafür zurück zum Ursprung. Biodiversität in der Produktion betonen, die Qualität der Trauben und die exklusive Herkunft, das sollen künftig die Verkaufsargumente werden.