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"Operation Aderlass": Arzt Mark S. schweigt zum Prozessauftakt

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Der Arzt Mark S. schwieg zum Prozessauftakt in München
Der Arzt Mark S. schwieg zum Prozessauftakt in München   -   Copyright  PETER KNEFFEL/AFP
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In München hat der bisher größte Doping-Prozess in Deutschland begonnen. Angeklagt sind der Erfurter Mediziner Mark S. und vier mutmaßliche Komplizen.

Sie sollen Mitglieder eines internationalen Netzwerks für Blutdoping von Leistungssportlern gewesen sein, das im Februar vergangenen Jahres durch einen TV-Bericht aufgeflogen war.

Die Ermittlungen in der "Operation Aderlass" betreffen mehrere Dutzend Sportler. Einige haben nach Verfahren in Österreich bereits Bewährungsstrafen wegen Dopings erhalten.

Mark S. will sich nach Angaben seines Anwalts erst im weiteren Verlauf des Prozesses äußern.

Anne Leiding sagte als Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I: "Es geht hier um den Tatvorwurf von gewerbsmäßigem beziehungsweise bandenmäßigem Anwenden von verbotenen Dopingmitteln und richtet sich eben gegen diesen Arzt und diese kleine Gruppe von Personen, die ihm geholfen haben soll, über einen längeren Zeitraum, nämlich schon seit 2011, immer wieder Sportlern, insbesondere im Bereich Rad- und Wintersport, sogenanntes Blutdoping beizubringen."

Prominente Kundschaft

Mark S. betreute einen erlauchten Kundenkreis. Darunter Teilnehmer von Olympischen Winterspielen, Weltmeisterschaften und und der Tour de France.

Ihm werden insgesamt fast 150 Fälle von Verstößen gegen Arzneimittel- und Dopinggesetze angelastet sowie ein Fall von gefährlicher Körperverletzung. Mark S. und ein weiterer Angeklagter sitzen in Untersuchungshaft. Die anderen mutmaßlichen Komplizen sind auf freiem Fuß.